Eine bezaubernde Liebesgeschichte und der Versuch der Kriegsgegenwart zu entkommen - den
Kulturbehörden Stalins muss sie als maximale Provokation erschienen sein Ein sowjetischer
Spitalzug auf dem Weg von einer Front zu anderen. Darin ein Petersburger Intellektueller
gebildet und sensibel: Gepeinigt von Herzanfällen und Todesangst liest er Goethes 'Werther' -
und hat gar nichts gemein mit dem Ideal des kraftvollen proletarischen Kriegshelden. In die
Lektüre drängt sich die Geschäftigkeit der Militärärzte Apotheker Krankenschwestern um ihn
herum. Bei einem längeren Aufenthalt trifft er auf ein Mädchen Vera Muschnikowa das anders
ist als alle anderen: ruhelos und romantisch grazil und ungestüm frech und mutig jederzeit
zur Liebe bereit. Der Feingeist erliegt ihrem vulgären Zauber erkennt in ihr seine
¿sowjetische Manon¿ und versucht der Kriegsgegenwart in seine Träume vom 18. Jahrhundert zu
entfliehen - und dabei seine Geliebte nach ebenjenen Vorstellungen zu formen. Doch er erahnt
dabei auch den dunklen Weg den ihre Liebe nehmen wird.