Eine oft und gern genutzte Ausdrucksform für die menschliche Selbstdarstellung ist die
literarische Autobiographie. Sie bildet zwischen dem was ein Mensch ist und dem was er sein
möchte eine Art Brücke. In der Autobiographie beschäftigt sich der Schreibende retrospektiv mit
seinem eigenem Leben indem er versucht aus der Gegenwart heraus dem vergangenem Leben einen
Sinn zu geben bzw. diesen zu Erkennen. Marek Hlasko ist fünfunddreißig Jahre alt geworden
einige Erzählungen wenige Romane hat er hinterlassen. Ob seine Werke die gleiche Aura umgeben
würde wäre er nicht so früh gestorben und hätte weitere Erzählungen oder Romane geschrieben
ist schwer zu sagen. Dazu liegen die Urteile über sein literarisches Talent zu weit
auseinander: War er ein großes Talent ein begnadeter Realist und Schöpfer einer neuen
Literatur wie die einen behaupten? Oder wie die anderen meinen ein mittelmäßiger Autor. Über
diese Fragen wird bis heute gestritten. Nur über eins ist man sich einig er wurde zur einer
Legende. Bei Die Schönen Zwanzigjährigen handelt es sich auf jeden Fall um einen
autobiographischen Text und dennoch wird diese literarische Form von dem Autor eher als eine
weitere Möglichkeit seines ständigen Selbstdarstellungsdranges und der Legendenbildung denn
zur rückblickenden Erforschung seines Lebens genutzt. Es ist eher das Selbstporträt eines
bekennenden Erzählers in dem er erlebte Situationen neben erfundenen stellt authentische
Figuren mit fiktiven vermischt und sein Leben in Polen und im Ausland Revue passieren lasst.
Parallel rechnet er mit den westlichen Gesellschaften ab die sich in ihrem Unwissen und ihrer
Gleichgültigkeit weigern die Wahrheit über das Leben im kommunistischen Machtbereich zu
akzeptieren.