Das Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen führt zu einer Normverschiebung in europäischen
Gesellschaften und erzeugt Spannungen die sich in Polarisierung widerspiegeln. Es geht dabei
weniger um Migration selbst als um die Prozesse die stattfinden wenn Migrant*innen und ihre
Nachkommen ihre Rechte einfordern. Die Frage des Umgangs mit Migration wird so zur Chiffre für
Anerkennung von Gleichheit in demokratischen Gesellschaften. Naika Foroutan zeigt dass die
Migrationsfrage zur neuen sozialen Frage geworden ist - an ihr werden Verteilungsgerechtigkeit
und kulturelle Selbstbeschreibung ebenso wie die demokratische Verfasstheit verhandelt. »Wie
hältst Du es mit der Migration?« steht für die Frage danach was ausgehandelt werden muss
damit die plurale Demokratie zusammenhält. Die postmigrantische Gesellschaft ist also eine die
sich im Kontext der Debatten um den Stellenwert von Migration neu ordnet.