Antiziganismus ist bis heute weit verbreitet und betrifft Sinti*ze und Rom*nja als Angehörige
der größten Minderheit Europas in besonderem Maße. Dennoch wird das Thema in Wissenschaft und
Gesellschaft gleichermaßen verdrängt. Im Anschluss an die kritische Gesellschaftstheorie
verbindet Laura Soréna Tittel Überlegungen zur Funktion der »Zigeuner«-Figur in der politischen
Theorie von Kant Marx und Adorno mit umfangreichem Quellenmaterial das von frühneuzeitlichen
Gesetzestexten bis zu polizeilich eingesetzten Bildern reicht. Sie zeigt die Genese des
modernen Antiziganismus in der Aufklärung im Kapitalismus und in der Staatenbildung auf und
ermöglicht so kritische Perspektiven auf ein gesellschaftliches Herrschaftsverhältnis.