Innerhalb des deutschen Judentums der Weimarer Republik waren die nationaldeutschen Juden nur
eine kleine Minderheit - trotzdem war ihre Agitation lautstark und kontrovers. Die Gruppe
vertrat einen vehementen deutschen Nationalismus und ist politisch im nationalliberalen bis
rechtsradikalen Spektrum zu verorten. Erstmals liefern die Beiträger*innen sowohl einen
Überblick über die Geschichte des nationaldeutschen Judentums als auch eine Analyse seiner
politischen Ideen seiner Beziehungen zu anderen jüdischen Gruppen im Deutschen Reich und
seiner wichtigsten Protagonisten. Damit rückt eine Gruppierung ins Zentrum der Forschung die
selbst in der stark ausdifferenzierten politischen Landschaft der Weimarer Zeit enorm auffiel
und den Diskurs prägte.