In den Vorstellungen darüber was Übertragung ist und wie es mit ihr umzugehen gilt zeigen
sich deutlicher als bei jedem anderen psychoanalytischen Konzept die Positionen zu Grundfragen
der psychodynamischen Theorie und Praxis. Inwieweit ist die analytische Beziehung eine bloße
Wiederholung von Vergangenem eine geheimnisvolle Kommunikation von Unbewusst zu Unbewusst
eine aufgabenorientierte Zusammenarbeit eine reale Neuerfahrung oder etwas ganz Anderes? Kai
Rugenstein stellt die einflussreichsten Modelle von Übertragung und Gegenübertragung vor und
entwickelt in Orientierung an der intersubjektiven Triebtheorie Jean Laplanches ein zeitgemäßes
Verständnis verschiedener Übertragungsphänomene. Abschließend widmet sich der Autor konkreten
Fragen der Behandlungstechnik und regt Leserinnen und Leser mit klinischen Beispielen dazu an
selbst eine Übertragung zu vollziehen: einen Transfer des vermittelten Wissens in die eigene
Praxis.