Steen Thorsson zeigt auf dass die Ursache der Klimakrise in der instrumentellen Vernunft der
kapitalistischen Produktionsweise begründet liegt. Unter Rückgriff auf die Kritische Theorie
zeichnet er nach wie die im Kapitalismus verfasste Naturbeherrschung mit einer Verdinglichung
der Natur einhergeht welche die ökologische Krise erst hervorgebracht hat und weiter
vorantreibt. Im Anschluss an diese Analyse identifiziert Thorsson mithilfe psychoanalytischer
Theorien zwei unterschiedliche aber zueinander in Beziehung stehende Pathologien der
Klimaleugnung: einen fetischistischen Technik-Utopismus der sich im Wunsch nach einer
gefährlichen Anpassungsstrategie statt wirklichem Klimaschutz ausdrückt und einen regressiven
Massenwahn der die ökologische Krise zur 'Klimalüge' umdefiniert. In beiden zeigt sich der
Wunsch des Todestriebs in seiner aggressiven Form nach außen. Für die Auseinandersetzung mit
der gegenwärtigen ökologischen Krise braucht es sowohl die Psychoanalyse als kritische Theorie
des Subjekts als auch kritische Gesellschaftstheorie.