Kann das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte die Lebensqualität schwerstkranker Patienten
verbessern? Führt (auto-) biographisches Erzählen zu einer (neuen) Selbsterfahrung? Diese
Fragen bilden den Ausgangspunkt dieser explorativen Studie. Das interdisziplinäre Pilotprojekt
Biographiearbeit mit Patienten untersucht angelehnt an das Modell der Dignity Therapy von
Harvey M. Chochinov inwieweit (auto-)biographische Interviews und eine daraus entstehende
Geschichte zu einer Selbstvergewisserung führen und die Leiden der Patienten lindern können. In
der Studie wird im Rückgriff u. a. auf Theorien von Maurice Halbwachs der Oral History der
qualitativen Sozialforschung ein eigenes Kategoriengerüst erstellt mit dem sich
(auto-)biographische Interviews führen lassen. Bei einer Kohorte mit älteren Probanden wurde
ein Interviewverfahren erprobt bei dem die wechselseitige teilnehmende Beobachtung und das
Schaffen einer geteilten Welt zwischen der Interviewerin und den Interviewten im Vordergrund
standen. Es geht um die Erprobung einer offenen Interviewmethodik die den Fokus auf das
Gespräch und die Geschichte legt und den Probanden unmittelbar zugutekommen soll.