Es geht um Männer. Da aber auch Männer nicht als Männer zur Welt kommen sondern dazu gemacht
werden handelt das Buch von Gender Macht und Sex. Es geht also um die Koordinaten in denen
sich Männlichkeit - in unterschiedlichen Formen - entwickelt. Die verschiedenen Ausprägungen
werden in diesem Buch mit historischen und kulturellen Beispielen und anhand sexueller
Praktiken Orientierungen und Begehrensformen sichtbar gemacht. Männlichkeit ist kein bloßes
Konstrukt in dem Sinne dass sie willkürlich umgeformt oder ausgewählt werden könnte.
Männlichkeit ist dennoch weil sie Ausdruck eines gesellschaftlichen Verhältnisses ist
veränderbar. In aktuellen Gender-Theorien wird Männlichkeit meist in Bezug auf die
Diskriminierung von Frauen analysiert. Sex ist nur dann ein Thema wenn es um Gewalt geht oder
um Leistung im Sinne von Potenz. In diesem Buch hingegen wird vorgeschlagen Sex als
grundsätzliches Feld zu sehen in dem sich Männlichkeit herausbildet und ausdrückt. Die
dominante Form in der Männer lernen Sex zu haben ist die Kontrolle. Sex ist aber immer auch
der Wunsch die Kontrolle abzugeben und loszulassen - und eröffnet so Wege einer Emannzipation.