Kirchen prägen seit Jahrhunderten die Silhouette europäischer Städte sind Wahrzeichen und
Orientierungspunkte. Ihre Bedeutung und Wahrnehmung ergeben sich aus dem Zusammenspiel
liturgischer Aspekte technischer und künstlerischer Ausstattung aber auch aus ihrer
architektonischen Gestaltung und stadträumlichen Einbindung. Umso mehr verwundert dass bisher
nur selten die Beweggründe der jeweils Beteiligten beleuchtet worden sind eine Kirche genau
hier und nicht woanders also an einem ganz bestimmten Standort zu errichten. Marina Wesners
Buch möchte diese vermeintlich einfache Frage beantworten: »Warum steht die Kirche dort wo sie
steht?« Daraus ergeben sich weitere Fragen darunter: Welche Akteure - insbesondere auf
weltlicher und politischer Seite - waren am Kirchenbau beteiligt? Welche Rolle haben die
stadträumliche Entwicklung Wechselwirkungen mit anderen Bauwerken und die Infrastruktur
gespielt? Die meisten Gotteshäuser im traditionell überwiegend protestantischen Berlin sind
von der evangelischen Kirche errichtet worden. Gleichwohl widmet sich die Autorin auch der
katholischen jüdischen und sogar muslimischen Diaspora: Welche Einflüsse wirkten auf deren
Bauten und wie gingen und gehen die Gemeinschaften damit um? Das Buch lädt ein zu einer Reise
durch Berlin in seinen jeweiligen historischen Grenzen und durch die Jahrhunderte. Es leistet
eine wichtige Pionierarbeit denn nie zuvor ist der hiesige Sakralbau konfessionsübergreifend
in seiner räumlichen und zeitlichen Dimension untersucht worden.