Die Berliner Havelhöhe ist ein Ort mit einer langen und sehr widersprüchlichen Geschichte:
Erbaut als NS-Luftkriegsakademie fand hier Forschung für den Krieg statt wurden Kampfpiloten
ausgebildet und Maschinen zum Töten optimiert. In der Nachkriegszeit zog in die verlassenen
Gebäude zunächst ein Tuberkulose-Akutkrankenhaus ein später das anthroposophische
Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe. Heute entwickelt es sich zu einem modellhaften
Gesundheits-Campus. Wie konnte dieses aus dunklen Zeiten stammende architektonische Ensemble
umgebaut werden fürs Heilen im Hier und Heute? Welche Rolle spielt die lichtdurchflutete
Kiefernlandschaft im Genesungsprozess dieses hoch über Spree und Havel gelegenen Ortes? Welches
Gegenmodell zu den autoritären Medizin- und Gesellschaftsentwürfen des frühen 20. Jahrhunderts
formiert sich hier als Weg für selbstbestimmtes Heilen? Im Transformationsprozess der
Havelhöhe bedingen und durchdringen sich medizinische architektonische landschaftliche und
gesellschaftliche Aspekte. Dieses Zusammenwirken zu verstehen und zu artikulieren verspricht
Erkenntnis nicht nur über medizinische Projekte räumlichen Umbau und landschaftliche
Strukturen sondern auch über die damit verbundenen Geisteshaltungen ohne die kein dunkler Ort
hell wird. Die Art und Weise des Erfassens durch direktes Erleben und mit künstlerischen
Mitteln steht in diesem Erkenntnisprozess zentral - und kann weiteren Wandel tragen.