Wie entscheiden Menschen in Organisationen welche Informationen sie rezipieren und welche
nicht? Bei der Beantwortung dieser Frage geht Melanie Malczok von der Alltagsbeobachtung aus
dass trotz mannigfaltiger strategischer Kommunikationsangebote in Organisationen diese oftmals
nicht wahrgenommen werden. Entgegen gängiger Erklärversuche die eine kognitive Überlastung
oder einen Information-Overload als Grund anführen setzt sie die Zuschreibung von Relevanz ins
Zentrum. Zur Beantwortung der Frage danach wie sich Relevanz überhaupt konstituiert wurde
eine sinnorientierte Perspektive auf Organisation und Kommunikation eingenommen. Das
theoretische Fundament bildete hierzu insbesondere die Luhmann'sche Systemtheorie sowie die
Organisationstheorie Weicks die jedoch auf ihre phänomenologischen Wurzeln mit engem Bezug zu
Husserl zurückgeführt werden. Auf Basis dieser theoretischen Bezüge erarbeitet das Buch einen
eigenen Vorschlag zur kommunikationstheoretischen Verankerung von Relevanz und verknüpft diese
mit dem Konzept variierender Sinnräume (Kontexturen). Durch 54 qualitative Interviews in drei
verschiedenen Organisationen und einer fallvergleichenden Analyse dieser Daten zeigt sich dass
sich Organisationen kommunikativ vorwiegend durch Formen der operativen Problematisierung und
der strategisch-ästhetischen Thematisierung intern differenzieren. Kommunikative Angebote
werden auf Basis von zeitlichen sozialen lokalen und sachlichen Faktoren als relevant oder
irrelevant angesehen. Diese prägen entscheidend die Selektions- und Wahrnehmungsroutinen in
Organisationen.