Was macht mein Vater in einer SA-Uniform? Ein Foto welches dem Autor beim Stöbern im
Familienarchiv in die Hände fällt bringt sein Bild vom eigenen Vater ins Wanken. Es beginnt
eine Spurensuche entlang von Briefen Urkunden und Tagebucheinträgen die er in Schubladen und
Schränken des einstigen Bauernhofes seiner Familie findet. Jede neue Quelle ist ein Puzzleteil
welches die damalige Rolle seines Vaters weiter entschlüsselt. Dies spiegelt gleichzeitig die
Situation der Bauern im Nationalsozialismus wider ihre von Hitler zugedachte Rolle und die
damit verbundenen Zwänge. Er nimmt den Leser mit auf eine Reise zurück zu den Anfängen der
Machtergreifung bis hin zu den Schrecken des Zweiten Weltkriegs. So entsteht ein umfassendes
Bild über die Bauernpolitik der Nationalsozialisten am Niederrhein und im gesamten Reich.
Kritisch ehrlich und empathisch zeigt der Autor eine schmerzhafte Suche in seiner eigenen
sowie der deutschen Vergangenheit. Dabei skizziert er die Mechanismen faschistischer Politik
und die Verletzlichkeit einer demokratischen Gesellschaft. Bernhard Lensing wurde 1948 als
sechstes von sieben Kindern auf dem Uferhof in Emmerich-Hüthum geboren. Als einziger Sohn und
"Stammhalter" war für die Eltern und die Familie klar dass er den Hof weiterführen würde um
die langjährige Tradition zu sichern. Deshalb trat er 1965 eine landwirtschaftliche Lehre an
die er 1968 im Jahr des Todes seines Vaters abschloss. Mit 20 Jahren musste er den völlig
überschuldeten elterlichen Hof übernehmen bis dieser 1972 verkauft wurde. Nach einem Betriebs-
und Volkswirtschaftsstudium in Berlin kehrte er 1980 in die Nähe seiner Heimat zurück um dort
in einer Landjugendakademie als Erwachsenenbildner tätig zu werden. 1986 wechselte er zu einem
Wohlfahrtsverband in Westfalen und war dort bis zu seinem Renteneintritt Geschäftsführer.