Nobuyoshi Araki gehört zu den Meistern der sinnlichen und lustvollen fotografischen
Inszenierung. Auch die Motive zum Kinbaku der traditionellen japanischen Fesselkunst zählen
zu diesen - und sind bei näherer Betrachtung doch unposiert und eröffnen so die Frage danach
was die Fotografien eigentlich zeigen und verhandeln. "Araki-esque. Die Fesselbilder von
Nobuyoshi Araki" beschäftigt sich mit der Ambiguität die die Fotografien zur
Kinbaku-Werkgruppe durch das Widerspiel von Inszenierung und Unpose erzeugen. Die Frage um
welches Genre es sich bei diesen Fotografien handelt ist nicht eindeutig zu beantworten.
Vielmehr wird beobachtet und beschrieben welche Elemente und Ebenen zu jenem Uneindeutigen
führen. Die Sujets öffnen sich dadurch der Reflexion was ein Bild ist. Sie changieren zwischen
Portrait Akt und Stillleben während das Widersprüchliche das Mehrdeutige durch die
Medialität der Fotografie selbst die verwendeten Gegenstände und immateriellen Güter der
japanischen Kultur wie den Kimono die Kalligraphie und eben das Kinbaku weiter angefacht
werden. Arakis Fotografien sind demnach weit mehr als eine bloße Inszenierung von Sinnlichkeit
und Lust - eine Auseinandersetzung mit der medialen Bedeutung und Wahrnehmung von Bildern und
Bildlichkeit.