Totalitär-kapitalistische Ideologien und Netzwerke haben sich eines der ärmsten und
autoritärsten Länder Lateinamerikas ausgesucht um dort ihre Version einer ¿Brave New World¿ zu
realisieren: Honduras. Hier sollen Privatstädte entstehen in denen Unternehmen mit eigener
Gesetzgebung eigenen Gerichten und privaten Sicherheitsorganen herrschen. Ginge es nach
Unternehmern wie Titus Gebel soll aber nicht nur in Honduras Demokratie 'durch den Geldbeutel
ersetzt' werden. Eigenen Worten zufolge möchte er noch zu seinen Lebzeiten solche Privatstädte
auch in Deutschland sehen. Bereits 2009 wurden unmittelbar nach dem Putsch in Honduras die
Weichen für die Übertragung lokaler Staatsgewalt an Privatunternehmen gestellt um das Land zu
einem Experimentierfeld - vor allem auch deutscher - Investor*innen zu machen. In Honduras sind
zurzeit bereits drei solcher Investorenstädte vereinbart mindestens drei weitere sind in
Planung. Als ausgewiesene Sonderwirtschaftszonen denen weitgehende Autonomie in Gesetzgebung
Rechtsprechung und Verwaltung zugesprochen wird hebeln diese Privatstädte nicht nur die
Souveränität des Staates aus sondern enteignen auch die lokale Bevölkerung und stellen sie vor
die Wahl sich ihren neuen Herren zu unterwerfen und für sie zu arbeiten oder ihre angestammte
Heimat zu verlassen. Das Buch wirft einen detailscharfen Blick auf diese
manchesterkapitalistischen Netzwerke in Europa und den USA berichtet aber ebenso auch von den
massiven Protesten in immer mehr honduranischen Gemeinden die sich gegen ihre Enteignung und
Vertreibung wehren.