Der Theatertext "Blutbrot" beschäftigt sich mit der nach Ende des Zweiten Weltkrieges in
Südtirol geleisteten Fluchthilfe. In Zuge dessen wurden zwischen 1945 und ca. 1950
Nationalsozialist:innen wie unter anderem Adolf Eichmann Josef Mengele und Gerhard Bast über
den Brennerpass die sogenannte Grüne Grenze von Österreich nach Italien gebracht mit Hilfe
von Südtiroler:innen die ihre geheimen (Schmuggler-)Wege gegen Bezahlung teilten. In
"Blutbrot" leistet die Kollektivfigur "DasDorf" diese Fluchthilfe spricht jedoch nicht darüber
und verweigert sich der Aufarbeitung der eigenen Taten. "DasDorf" beschäftigt sich stattdessen
mit dem Brot spricht im Kollektiv ausschließlich über Brot. Doch je mehr
Nationalsozialist:innen die Grüne Grenze passieren desto mehr Spuren hinterlassen sie nicht
nur im Dorf sondern auch in dessen Landschaft den Feldern und schließlich im Brot. So ist es
auch die Landschaft die nicht länger wegsehen kann und "DasDorf" mit der eigenen Vergangenheit
den eigenen Taten konfrontiert. In "Blutbrot" wird die Frage gestellt wie ein in der
Landschaft stattgefundenes Verbrechen sich auf sie auswirkt einwirkt sie verändert. Ebenso
wird nach dem Raum auf dem es stattfindet gefragt und diesem als solchen eine Sprache
gegeben.