Der gegenwärtige Diskurs über künstliche Intelligenz beschäftigt sich vor allem mit
anwendungsorientierten Lösungen die durch die neuen Möglichkeiten des maschinellen Lernens im
Sinne von 'Large Language Models' geschaffen wurden. Sehr einfach gesagt geht es dabei um
statistische Voraussagen über die kontextabhängige Wahrscheinlichkeit von Wörtern in einem
Text. Die Erfolge zum Beispiel bei Übersetzungsprogrammen Zusammenfassungen und
Internetrecherchen sind frappierend wenngleich je nach Anwendungsbereich unterschiedlich
nützlich. Die Besinnung auf die Geschichte der künstlichen Intelligenz ist kein Versuch den
Nutzen des maschinellen Lernens zu bestreiten (im Sinne 'die Maschine wird niemals...' oder
auch nicht zu hypostasieren 'bald schon wird die Maschine uns Menschen...') sondern einen
Aspekt in der Diskussion um künstliche Intelligenz zu rekonstruieren der gegenwärtig in
Vergessenheit geraten ist. Es geht dabei um Fragen des emotionalen Verhältnisses zur Maschine
der Emotionalität von Maschinen des originellen Outputs von Maschinen und des zweckfreien
Vergnügens an und von Maschinen sowie zwischen Benutzerinnen und Maschinen.