Seitens der Deutschen Reichsbahn hieß sie ab den 60er Jahren offiziell Schmalspurbahn
Freital-Hainsberg - Kurort Kipsdorf ihr typisch sächsisches Kürzel lautete HK-Linie weit über
die sächsischen Landesgrenzen hinaus bekannt wurde die 750-mm-spurige osterzgebirgische
Nebenbahn entlang der Roten Weißeritz jedoch unter dem Namen Weißeritztalbahn wie er anläßlich
des 100-jährigen Streckenjubiläums im Sommer 1983 aus der Taufe gehoben worden war. Die in den
Jahren 1882 83 in zwei Abschnitten in Betrieb genommene rund 26 km lange einstige Secundärbahn
- heute die älteste öffentliche Schmalspurbahn Deutschlands - förderte maßgeblich das Aufblühen
sowohl der Wirtschaft als auch des Fremdenverkehrs ihrer Region. Vor allem in der Kreisstadt
Dippoldiswalde und in der jahrhundertelang von der Eisenindustrie geprägten Stadt Schmiedeberg
expandierten die Industrie- und Gewerbebetriebe nun stetig. Neue Betriebe ließen sich nieder
und machten sich die Dienste der Bahn zunutze teilsmit eigenem Zweiggleis. Gleichsam stiegen
in den anliegenden Ortschaften die Zahlen der Einwohner - und für sie erbrachte die Bahn
wertvolle Dienste auf dem Weg zur Arbeit zur Schule oder zu Besorgungen in der Stadt.
Schließlich entdeckten die Großstädter die landschaftlichen Reize entlang der Roten Weißeritz
wie den urtümlichen Rabenauer Grund die Dippoldiswalde Heide oder die besonders unter
Wintersportlern sehr beliebten Höhen oberhalb des Kurortes Kipsdorf.Umfassende bauliche
Veränderungen kamen mit den Jahren auf die Schmalspurbahn zu: Anläßlich der Höherlegung der
Hauptbahn im Plauenschen Grund erhielt sie 1903-11 einen neuen weitläufigen Ausgangsbahnhof
über das PHV-Gleis besaß sie ab 1913 eine Gleisverbindung mit dem Wilsdruffer Netz auf 6 95 km
Länge wurde sie 1910-12 für den Bau der Talsperre Malter verschwenkt mit einer 4 26 km langen
Neubautrasse umging sie ab 1924 das Nadelöhr Schmiedeberg und 1934 erhielt der Kurort Kipsdorf
einen größeren dem starken Reiseverkehr gewachsenen Endbahnhof.Den Kern dieses Buches stellt
die bildliche textliche wie auch zeichnerische Dokumentation der jeweiligen Streckenteile
Stationen Anlagen und Anschlußgleise in der Zeit zwischen dem 2. Weltkrieg und der
Flutkatastrophe vom August 2002 dar. Zum Vergleich verdeutlichen etliche in jüngerer Zeit neu
aufgetauchte Aufnahmen aus der Epoche der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft und der Königlich
Sächsischen Staatseisenbahnen wie gravierend sich die Stationen bzw. Streckenabschnitte im
Laufe der Jahre verändert haben wie sie den sich wandelnden Verkehrsanforderungen oder auch
den tiefgreifenden Wasserbaumaßnahmen angepaßt wurden und wie sie schließlich dem Rückgang
gewisser Verkehrssparten und Gewerbebranchen unterlagen. Zudem machen einzelne jüngere
Vergleichsfotos den Wandel der Weißeritztalbahn ihrer Strecke und Stationen
verständlich.Nebenbei entdeckt der Leser so manche Fotos und Informationen sowohl über die
typischen als auch über die außergewöhnlichen nur kurzzeitig zwischen Hainsberg und Kipsdorf
eingesetzten Fahrzeuge. Wegen ihrer anspruchsvollen steigungs- und windungsreichen
Trassenführung diente die Weißeritztalbahn gelegentlich der Rbd Dresden und der
Fahrzeugindustrie zur Erprobung neuer Fahrzeugbauarten. Bildlich belegt sind beispielsweise die
Einsätze der blauen Gelenk-Diesellok V 36 4801 des Triebwagens VT 137 600 einiger für die
UdSSR bestimmter Babelsberger Schlepptenderlokomotiven einer blauen Motordraisine aus den 60er
Jahren sowie einer Reko-VI-K auf der HK-Linie.