Wir leben in einer Zeit in der kollektivistisches Denken und Handeln im täglichen Umgang in
Form von Bevormundung und Ver einnahmung des Einzelnen durch die Gesellschaft und den Staat
einen immer größer werdenden Raum einnehmen. Unsere liberale Ordnung wie wir sie bisher
kannten gerät dabei immer stärker in den Hintergrund und wird bruchstückweise ausgehöhlt. Das
"Wir" und das "Man" sind dabei den Alltag unseres Zusammenlebens zu dominieren. Auf der
Strecke bleibt eine an reiheitlichen Prinzipien orientierte "civitas" die bisher für unser
Gemeinwesen maßgeblich waren. Dieses Buch will eine Lanze für den Vorrang eigenständiger
Personen im Sinne der Aufklärung -"ein Merkmal der europäischen Neuzeit" (Alain Finkielkraut) -
vor dem ins Totalitäre fortschreitenden Anspruch der Gesellschaft brechen. Es liefert
anschauliche Beispiele aus dem Alltag des Einzelnen. Seine Kernthese ist: Wenn es nicht gelingt
dem illiberalen Herrschaftsanspruch des Wir" gegenüber dem autonomen "Ich" Einhalt zu gebieten
dann drohen der vollständige Verlust einer freiheitlichen Ordnung und die Entindividualisierung
mit dem Verlust der legitimen Verschiedenheit.