Landschaften sind von Menschen geformt und doch Gegebenheiten in die Menschen hineingeboren
werden und lernen - mehr oder weniger mühsam - darin zu navigieren. Es gibt Kontinuitätslinien
und Veränderungen. Diesen Linien spürt das ungewöhnliche Textalbum 'Wäsche im Wind und
Polizisten' nach. Sozusagen in einem generationenübergreifenden Dialog trifft Autor Jan
Kuhlbrodt auf seine beiden Töchter Maria und Sofia. Unterschiede werden austariert aber auch
Traditionen und Vergangenes das verbindet. 'Wäsche im Wind und Polizisten' - das sind
lyrische Korrespondenzen auch zwischen Texten und Zeichnungen die sich gegenseitig
illuminieren. Der Band ist in drei Zyklen unterteilt: 'Andere Augen' ist eine Begegnung mit
Kleists Drama 'Penthesilea'. 'Den Müttern und Vätern ein Land' beschreibt die Rückkehr eines
verlorenen Sohnes in ein ostdeutsches Plattenbaugebiet. Im Zyklus 'Die Rückkehr des politischen
Lieds' taucht Vergangenes wieder auf und beharrt auf seiner Bedeutung.