Die Graphic Novel nimmt die Leser*innen mit auf eine Reise in die Gegend von Lago Agrio eine
Stadt im Nordosten Ecuadors mitten im Amazonas-Regenwald. In den 1960er Jahren wurde dort
durch den US-amerikanischen Konzern Texaco (heute Chevron) und der ecuadorianischen Regierung
mit der Erdölextraktion begonnen. Dabei wurde weder Rücksicht auf Schäden an der Umwelt noch an
der Gesundheit der indigenen Bevölkerung und der Siedler mit denen die Region etwa zeitgleich
urbanisiert wurde genommen. Donald Moncayo ein Aktivist aus Lago Agrio bietet vor Ort
mehrtägige Führungen für Wissenschaftler*innen Politiker*innen Aktivist*innen Tourist*innen
und Journalist*innen an. Bei diesen 'Toxic Tours' zeigt er aktive und inaktive Bohrlöcher
vergiftete Gebiete und riesige Flammen mit denen überschüssiges Gas verbrannt wird lässt die
Teilnehmer* innen an schwarz glänzender Erde riechen und steigt mit ihnen auf die dünne Schicht
aus Blättern und Biomasse welche unzählige Gruben voller toxischer Überreste bedeckt.
Währenddessen erzählt er die Geschichte der Region und klärt über die Praktiken der Ölkonzerne
auf. Toxic erzählt über sechs Kapitel eine solche Tour: Eine bunt gemischte Gruppe durchlebt
reflektiert und verarbeitet die verschiedenen Stationen. Jonas Fischers Zeichnungen erfassen
Atmosphäre und Realität zugleich vereint im Farbspiel von Regenwald-Lichtflecken und schwarzen
Ölflecken. Nach dem Kurzcomic Boje (2020) ist Toxic sein zweites im Jaja Verlag erschienenes
Werk.