Die litauisch-amerikanische Archäologin Marija Gimbutas entdeckte und benannte die friedliche
Kultur des "Alten Europa" vor 6000-8000 Jahren. Sie stützte sich in ihrer Forschung auf die
Kenntnisse der Archäologie Linguistik Mythologie sowie der Volkskunde und zeigte dass es vor
dem Patriarchat in Europa eine große matrilineare und egalitäre Kultur gab: eine Kultur die
viele Jahrtausende Bestand hatte. Mit Anfang 20 floh sie mit Mann und Kind vor der sowjetischen
Besatzung aus Litauen nach Deutschland und promovierte 1946 als eine der ersten weiblichen
Studentinnen an der Universität Tübingen. Ihre Arbeit trug maßgeblich zum Verständnis der
Jungsteinzeit Europas und der kulturellen Entwicklung vor der indogermanischen Einwanderung
bei. Ihre Forschungsergebnisse beschrieb sie in über 20 Büchern die in zahlreiche Sprachen
übersetzt wurden. Ihre zentrale These wurde zeit ihres Lebens von den Kollegen belächelt. Erst
nach ihrem Tod bewies die DNA-Forschung dass sie recht hatte. In ihrem hundertsten Geburtsjahr
2021 ehrte die UNESCO Marija Gimbutas als eine der "herausragenden Persönlichkeiten die durch
ihren Beitrag zur gegenseitigen Bereicherung der Kulturen für universelles Verständnis und
Frieden die Gestaltung unserer gemeinsamen Zivilisation mitgeprägt haben". Die Essays in diesem
Band wurden zu Ehrung Marija Gimbutas' geschrieben und jetzt erstmalig ins Deutsche übersetzt.