Am 14. April 1924 gründeten der Gewerkschafter August Ellinger und der Berliner Stadtbaurat Dr.
Martin Wagner die GEHAG (Gemeinnützige Heimstätten AG) ein bis dato einzigartiges Unternehmen
zur Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum. An der Gründung waren viele
Genossenschaften Gewerkschaften und sogar die AOK Neukölln beteiligt. In den 75 Jahren ihres
aktiven Bestehens setzte die GEHAG Maßstäbe beim Siedlungsbau nicht zuletzt durch die
Verpflichtung des Architekten Bruno Taut der mit seinen Wohnkonzepten und seinem farbigen
Bauen die spezielle GEHAG-Qualität erfand und die Grundlagen des Wohnens im 20. Jahrhundert
weltweit beeinflusste. Vier Siedlungen der GEHAG sind mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe
erhoben worden. Dieser Band zieht Bilanz und blickt zugleich nach vorne: Was haben die
Beteiligten mit der Gründung der GEHAG beabsichtigt? Welche Erfahrungen wurden in den
darauffolgenden Jahrzehnten gemacht? Was können wir daraus für die Zukunft des sozialen
Wohnungsbaus lernen? Ist die Wiedereinführung der Gemeinnützigkeit von Wohnungsunternehmen eine
geeignete Forderung zur Bewältigung aktueller Herausforderungen? Mit Beiträgen von Steffen Adam
Sabine Ambrosius Anis Ben-Rhouma Robert Drewnicki Rolf Erler Annett Jura Thomas Thaetner
Reinhard Wenzel und Nikolaus Wolf.