Die Lebensgeschichte des Berliner Theaterkritikers Schriftstellers und Dramaturgen Julius Bab
(1880-1955) spiegelt wie kaum eine andere Biographie deutsch-jüdische Kulturgeschichte in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider. Auf der Grundlage von Quellen aus zahlreichen
Archiven und aus Familienbesitz schildert Sylvia Rogge-Gau Julius Babs jüdische Kindheit und
Jugend im Kaiserreich. Sie beschreibt seine Entwicklung vom preußischen Patrioten des Ersten
Weltkrieges hin zum Kriegsgegner und überzeugten Unterstützer der Weimarer Republik. Zudem
beleuchtet sie sein Engagement gegen den Antisemitismus sowie seine zentrale Bedeutung für den
Jüdischen Kulturbund in Zeiten von Ausgrenzung Unterdrückung und Verfolgung jüdischer
Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Schließlich zeigt sie auch sein Wirken als Mittler
zwischen deutscher und amerikanischer Kultur in der Emigration in den USA. Seine Biographie
zeichnet das Leben eines wachen Zeitzeugen in unterschiedlichen politischen Systemen und
Gesellschaften nach.