Dieses Buch beschreibt den Aufstieg des Norddeutschen Lloyd zur größten Passagierreederei der
Welt und anhand zahlreicher großformatiger Abbildungen detailliert die Geschichte des
Lloydgebäudes - von der Entstehung bis zum unrühmlichen Abriss. Es veranschaulicht am Beispiel
dieses Monumentalbaus die städtebauliche Entwicklung Bremens in der Nachkriegszeit und verweist
damit auf vergleichbare Entwicklungen in vielen anderen Städten Deutschlands. Zwischen 1901
und 1910 ließ der Norddeutsche Lloyd vom Architekten Johann Georg Poppe sein neues
schlossartiges Verwaltungsgebäude im Bremer Ansgariviertel errichten. Die atemberaubende
wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des mittlerweile in allen fünf Erdteilen vertretenen Bremer
Weltkonzerns sollte im Bau eines repräsentativen Geschäftshauses ihren angemessenen Ausdruck
finden. 55 Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten veräußerte die Eigentümerin des ehemaligen
Reedereisitzes die A.G. 'Weser' das Lloydgeschäftshaus an den Düsseldorfer Hortenkonzern. Der
ließ es 1968 69 abreißen um dort für sein größtes Kaufhaus in Deutschland Platz zu schaffen.
Die Eliminierung eines der größten und aufsehenergegendsten Bauwerke Bremens reihte sich ein in
die allgemeine städtebauliche Entwicklung der Nachkriegszeit die politisch abgesegnet nach
den Konzepten der modernen Stadtplaner eine Neugestaltung der historischen Innenstädte
anstrebte. Durch diesen nach den verheerenden Bombardements des Weltkrieges auch als Zweite
Zerstörung in den Architketurdiskurs eingegangen Prozess wurde das ehemals von der
Ansgariikirche dem Lloydgebäude und vielen individuell gestalteten Wohn- und Geschäftshäusern
geprägte Ansgariviertel endgültig aus dem Stadtbild getilgt. Verloren gingen damit prachtvolle
Fassaden Abwechslungs- und Erlebnisreichtum Identität Heimat Vielfalt und architektonische
Schönheit. Es war nicht nur der ästhetische Wert einzelner Gebäude deren Zusammenklang dem
Ansgariviertel einst sein charakteristisches Aussehen gab sondern erst die Summe der Bauten
erzeugte trotz ihrer Unterschiedlichkeit ein stimmiges Gesamtbild und schuf das
unverwechselbare Ambiente welches diesen Bereich der historischen Innenstadt geprägt hatte.