Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert verfolgten die russischen Denker und Denkerinnen des
Kosmismus das Ziel die Menschen durch Technologie unsterblich zu machen. Auf diese Weise
sollte das christliche Versprechen der Wiederauferstehung im Hier und Jetzt eingelöst werden.
Eine zentrale Rolle spielten bei diesem Unterfangen die Künste die aufgrund ihrer Fähigkeit
Dinge zu verewigen als den Naturwissenschaften und der Medizin ebenbürtig angesehen wurden.
Ausgehend vom historischen Kosmismus nimmt der Band angesichts neuer philosophischer Strömungen
wie Spekulativer Realismus Neuer Materialismus sowie Transhumanismus den Materialismus als
zentralen Denkmodus des 20. Jahrhunderts in den Blick. Auf den Spuren aufeinanderfolgender
Generationen von Künstler*innen die seit der historischen Avantgarde vom Kosmismus geprägt
wurden wird dessen utopisches Potenzial erkundet.