Die umzingelte Festung ist die Geschichte des leichtsinnigen Taugenichts Fang Hongjian. Nach
einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt kehrt der junge Mann 1937 aus Europa über Hongkong zurück
nach China um dort die seit Langem verabredete Ehe zu schließen. Doch auch sein unter
zweifelhaften Umständen gekaufter Doktortitel hilft nicht darüber hinweg dass er keine
praktischen Fähigkeiten vorweisen kann und schnell wird klar dass er die an ihn gestellten
Erwartungen nicht erfüllen kann. Als seine Verlobte noch vor der Heirat stirbt stürzt er sich
in bunte erotische Abenteuer durch die er in ein Netz von Abhängigkeiten Intrigen und
Verpflichtungen gerät. Qian Zhongsu entführt den Leser in eine meisterhaft geschilderte Kultur
im Umbruch in der Tradition und Moderne unversöhnlich aufeinanderprallen. Qians Sprachwerk
das Merkmale eines barocken Schelmenromans trägt wird damit zu einem leichthin erzählten
Schlüsselroman der chinesischen Gesellschaft im 20. Jahrhundert. Die umzingelte Festung
'realistische Gesellschaftssatire und zugleich hintergründiger ¿Gelehrtenroman¿ zählt zu den
Meisterleistungen der modernen chinesischen Literatur' (Kindlers Neues Literaturlexikon) und
wurde mehrfach verfilmt u. a. als Fernsehserie in viele Sprachen übersetzt und nach 1980 auch
in China ein Bestseller. 'Der Titel von Qians Roman Die umzingelte Festung wirft eine lange
Luftschlange zu Montaigne. Der hat einmal die Ehe eine ¿forteresse assiégée¿ genannt: die
draußen wollen rein die drinnen rausgelassen werden. Die umzingelte Festung ist ein Roman über
die Kulturkrise einer Nation in der alle Werte schon deswegen nicht umgewertet werden können
weil eine gewaltige Werte-Inflation herrscht und weil so viele Buchhalter getürmt sind dass
niemand mehr bilanzieren kann. Das trifft auch die handelnden Personen von denen einige
zunächst ein Sympathie-Kapital anhäufen können das ihnen der Autor wenige Seiten später mit
ein paar Federstrichen zu Falschgeld ummünzt.' - Tilman Spengler Der Spiegel