Mit welchen strukturellen und strategischen Herausforderungen sind mächtige Staaten in modernen
asymmetrischen Konflikten konfrontiert? Warum gelingt es ihnen nicht - wie das Scheitern der
USA im Vietnamkrieg und das unrühmliche Ende des Afghanistan-Einsatzes 2021 erwiesen haben -
ihre militärische Überlegenheit auszuspielen? Roland Lochte rückt in seiner
politikwissenschaftlichen Studie die bislang unterschätzte Rolle der strategischen Dimension
Zeit in den Fokus. Diese kann sich insbesondere im Kontext der demokratischen Verfasstheit der
westlichen Staaten aber auch in autokratischen Regimes folgenschwer auswirken. So gelingen dem
Autor innovative Erweiterungen klassischer Kriegstheorien von Kant bis Clausewitz. Am Beispiel
des 20-jährigen Afghanistan-Einsatzes zeigt er detailliert wie zeitliche Dynamiken
gesellschaftlicher Rückhalt und strategische Fehler den Erfolg militärischer Interventionen
beeinflussen.