Willy Van der Meeren (1923-2002) setzte sich aus fester sozialistischer Überzeugung für eine
Massen- architektur ein - rational und materialsparend gebaut aber mit der nötigen Eleganz um
bei Tages- licht zu bestehen. Van Der Meeren hat in der Architektur weder vorausgeplant noch
nachgearbeitet. Er hat im Augenblick gedacht gehandelt und gebaut - in einem Maßstab von 1:1.
Seine Bauten sind - fast ausnahmslos - Prototypen für eine künftige Massenproduktion. Mehr als
fünf Jahrzehnte lang ist Van der Meeren für eine enge Verbindung von Architektur und
Bauindustrie eingetreten. Allerdings wurde sein Ideal eines serienmäßig vorproduzierten
bezahlbaren Wohnbaus niemals Wirklichkeit. Seinem Traum von gesellschaftlichem Fortschritt kam
Van Der Meeren vielleicht am nächsten mit der demokratischen Möbelkollektion die er zwischen
1943 und 1955 als angehender Architekt für das Unternehmen TUBAX entwarf auch wenn seine
Möbelstücke heute gesuchte Sammlerstücke sind genau wie seine Bauten - das genaue Gegenteil
dessen wonach er strebte: einer für alle offenen Gesellschaft. MASS würdigt Van der Meerens
kompromisslose Haltung in der Architektur (die ihn zu einer großen Ausnahme macht) und wirft
einen kritischen Blick auf die Vorstellung dass es der Architektur vielleicht verwehrt ist
einen weiterreichenden Einfluss auszuüben.