Reproduktive Gerechtigkeit meint mehr als das Recht sich für oder gegen Kinderkriegen zu
entscheiden. Reproduktive Gerechtigkeit umfasst das Recht Kinder frei von Gewalt und unter
guten Lebensbedingungen großzuziehen und mit ihnen in verschiedensten Konstellationen
zusammenzuleben. Reproduktive Gerechtigkeit nimmt tief verankerte Ausschlüsse und Formen der
Gewalt unter die Lupe und lässt sich nicht losgelöst von kolonialer und kapitalistischer
Ausbeutung der Kriminalisierung von Migration Institutionen der Einsperrung und behindernden
Strukturen denken. Loretta J. Ross ist eine der Schwarzen Feminist*innen die dieses Konzept
1994 in den USA entwickelten. Sie schlägt reproduktive Gerechtigkeit als
anti-essentialistischen Rahmen für intersektionale Allianzen vor. An einen Text von ihr
anschließend versammelt der Band vielstimmige Analysen Gespräche und Statements zum Beispiel
von diversen Kollektiven und Netzwerken von Jin Haritaworn Anthea Kyere und Susanne Schultz.