Im Türkischen gibt es einen Ausdruck: Dertle¿elim - "Lass uns einander unser Leid klagen."
Aussprechen befreit. Sprache ermächtigt. Leid zur Sprache geworden wird Leidenschaft.
Melancholie ist ein Grundton im Milieu arbeitender Menschen ein Musikinstrument der
arbeitenden Klasse. Die Gedichte ihre Anordnung die Komposition sind Manifestationen dieses
Grundtons. Das Buch bewahrt die Zweifel an der Verzweiflung im Angesicht des Alltags in der
Klassengesellschaft und inmitten der sozialen Kämpfe der Gegenwart. Das Buch Keine Sprache ist
so ehrlich wie Lyrik. Sie ist hart und zart. Sie ist schamlos direkt. Die Gedichte sind
Spiegelbilder des Lebens in Großstädten und die Fortsetzung sozialer Kämpfe in Sprache. Sie
schaffen mit einem Blick von unten für Leser:innen am Arbeitsplatz oder mitten in einer Demo
Anlässe um mit geschärftem Realitätssinn über die Zukunft als eine Verbündete zu sprechen.
Schwermut ist was anderes Nostalgie ein Dasein ohne Zukunft. Melancholie ist Quelle utopischer
Kraftgewinnung.