Denken wir in Bildern oder in Sprache? Kann Schrift Zeit visualisieren? Heinz Gappmayr
(1925-2010) interessierten Schrift als räumliches Ereignis Buchstaben als Architektur. Obwohl
seine Werke oft im Kontext von Visueller Poesie gezeigt wurden bevorzugte Gappmayr selbst das
neutralere Wort "Text" anstelle von Poesie. Sein Verständnis von Schriftsprache als
konzeptuellem Medium und Typografie als Indikator von Physikalität war Lawrence Weiner's Werk
näher als den Konkreten Dichtern. Dieser Band begleitet eine Ausstellung des Tiroler
Landesmuseums und umfasst Gappmayer's wichtigste Kunst-am-Bauprojekte sowie ein komplettes
Notizbuch von 1961 mit Kommentaren von Gaby Gappmayr der Tochter des Künstlers. Ein Gespräch
mit ihr gibt wertvolle philosophische Einblicke in das Schaffen ihres Vaters.