Politik galt lange Zeit als das beste Heilmittel gegen die ideologische Umklammerung von Sein
und Bewusstsein. Dass die Politik selbst zur Ideologie werden könne wusste nur der jeweilige
politische Gegner. Im heutigen Erfolg ihrer administrativen akademischen und aktivistischen
Formen ist jedoch eine ideologische Dimension der Politik unübersehbar geworden. Sie zeigt sich
gerade im Drang zur Beantwortung der Frage was aktuell zu tun sei also im Versuch die
Politik als reines Mittel für den guten Zweck einzuspannen. Damit verstellt sie zugleich den
Blick auf die strukturellen Voraussetzungen der je eigenen Aussageposition. Politik ist also
nicht einfach die Lösung sondern stets auch ein Teil des Problems das die Linke seit geraumer
Zeit heimsucht. Um dieses Problem anzugehen bedarf es eines anderen Verständnisses von Politik
nicht als reines Mittel sondern als Zweck an sich selbst. Das heißt Politik muss als
spezifische symbolische Form verstanden werden wie sie sich im Rahmen der symbolischen Ordnung
der Moderne herausgebildet hat. Erst von hier aus können ihre Einsätze zwischen Inhalt und Form
kritisch reflektiert ihre vielfältigen Widersprüchlichkeiten und Aporien gedacht und eine
Differenz zur ideologischen Erscheinungsweise von Politik behauptet werden.