Vampire gehören längst zum Stammpersonal populärkultureller Gruselgeschichten. Doch die
Vorstellung von Untoten die Menschen das Blut aussaugen ist älter als die moderne
Kulturindustrie. Wann also kam der Vampir zur Welt? Bereits in den alteuropäischen Mythen gibt
es Berichte über körperliche Wesen die ihre Gräber verlassen und Unheil stiften. Doch mit
Ausnahme der griechischen Lamia fehlt jenen Kreaturen die eine entscheidende Eigenschaft: der
Durst nach Blut. Erst im 12. und 13. Jahrhundert beginnen sich die Vorstellungen des
Wiedergängers zunehmend in eine bestimmte Richtung zu entwickeln: Da liest man von Toten die
aus ihrem Grab auferstehen Blut saugen und Krankheiten übertragen. Ist dieser wandelnde
Verdammte das kulturgeschichtliche Missing Link zwischen den rachsüchtigen Untoten der
alteuropäischen Mythologien und dem balkanischen Vampir der Neuzeit? Moderne Publikumsmagnete
wie die 'Twilight'-Saga und 'Nosferatu' zeugen von der ungebrochenen Popularität jener
Schreckensgestalten mit Blutdurst. Simeon Elias Hüttel hat sich auf die Spur des Vampirglaubens
gesetzt und dabei überraschendes neues Material zutage gefördert.