"Ich folge den Ablagerungen der Geschichte in mir" sagt der Israeli Amos Gitai über seine
Arbeit. Dies trifft sogar im physischen Sinne zu. Als blutjunger Soldat einer Rettungseinheit
wurde er im Hubschrauber abgeschossen und schwer verletzt. Für einen ans Bett gefesselten Monat
seines Lebens wurde er dann zum obsessiven Maler und Zeichner (ausgestellt u.a. im Centre
Pompidou und in der Galerie Ropac). Obwohl ausgebildeter Architekt wie sein Vater Munio (Gitai)
Weinraub (der am Bauhaus studierte zahlreiche Wohnbauten errichtete und an der Gedenkstätte
Yad Vashem und der zentralen Synagoge von Haifa mitwirkte) ist Amos' Kunstform der Film. Bis
heute sind über 60 Dokumentar- und Spielfilme entstanden. Der wohl berühmteste ("Rabin The
last day") handelt vom Mord am israelischen Ministerpräsidenten. Seit langem ist und bleibt es
Israel das den fulminanten Erzähler Gitai interessiert fasziniert und manchmal irritiert.
"Peace through art" ist sein künstlerisches Movens und "Der andere muss leben" sein Credo
welches - obwohl scheinbar so einleuchtend - doch von allzu vielen in Frage gestellt wird.