Tine Høegs "Hunger" zählt zweifellos zu den intensivsten drastischsten und aufwühlendsten
Romanen des Jahres. Mia und Emil versuchen seit einem Jahr vergeblich ein Kind zu bekommen.
Jetzt beginnen sie mit der Fruchtbarkeitsbehandlung und ihr Leben ist bestimmt von Terminen in
der Klinik Fruchtbarkeitszyklen und der Herausforderung einfach nur zu funktionieren. Die
Schriftstellerin Mia schreibt von nun an für neun Monate in ihrem Tagebuch eine Chronik über
die heftige Achterbahnfahrt ihres Lebens: über die Zerreißprobe ihrer Beziehung mit Emil und
die Konflikte die sie mit sich selbst ausficht über die Zerrissenheit zwischen dem eigenen
unbändigen Kinderwunsch und der gleichzeitigen liebevollen Fürsorge für Emils zwei Kinder aus
dessen vorheriger Ehe und über Frauenbilder in der heutigen Zeit. Hunger ist ein Buch über die
existenzielle Sehnsucht nach absolutem Leben und bedingungsloser Liebe. Der Roman verflicht
menschliches Drama und Autofiktion. Er ist aus einem Zustand des inneren Aufruhrs des
ungefilterten Augenblicks geschrieben - ein Zustand des Verlangens des Schmerzes der
Verzweiflung und der Hoffnung.