Eine zentrale Fragestellung des Buchs ist ob sich in der Analyse von Narrativen bestimmte
bildungspolitische gesellschaftliche oder kulturelle Diskurse transnational inter- und
intramedial festmachen lassen. Der Fokus richtet sich also auf den gegenwärtigen mythischen
Bereich der Bilder von Erziehung die auch als bloß spekulative eine äußerst prägende Kraft
auf die Verhaltensdispositionen der am Erziehungsbereich beteiligten Personen ausüben. Dabei
werden Ergebnisse der LehrerInnenprofessionalitätsforschung auf die Entwicklungslinien des
LehrerInnenfilms angewendet aber auch umgekehrt die (moralische) Wirksamkeit von fiktiven
Lehrerfiguren auf reale pädagogische Konzepte hinterfragt. Unterschiedlichste Aspekte des
pädagogischen Wirkens werden systematisch anhand des filmischen Materials beleuchtet.
Themenbereiche wie Individualisierung des Lehrens und Lernens Schule und Gewalt Systemfragen
wie Macht und Ohnmacht der Akteure das private Umfeld und die Absenz von Lehrerfiguren das
weitgehend tabuisierte Thema des pädagogischen Eros und Aspekte der Selbstdarstellung von
AutorInnen und FilmemacherInnen in ihrer Profession als LehrerInnen werden fokussiert. Durch
einen multiperspektivischen Blick auf das filmische Material (vor allem werden Differenzen
zwischen US-amerikanischen und europäischen Referenzfilmen beleuchtet) kann ein breit
angelegter Überblick über die andauernde Diskussion über den LehrerInnenberuf über historische
Betrachtungen und systematische Fragen des Lehrens des Lernens und ihrer Institutionen gegeben
werden.