Ein Augenspieltheater Gedanken zu Willi Pechtls Plakaten von Peter Stephan Jungk Man hört Musik
man sieht Kunst- und Fotografie-Ausstellungen Kabarett-Aufführungen Theater- und
Literaturevents man riecht und schmeckt sie alle die im vorliegenden Sammelband angekündigten
Ereignisse in Imst Oetz Landeck Innsbruck oder Anderswo. Man erlebt sie nach im Rückblick
heute viele Jahre später als geschähen sie in der Gegenwart. Denn Willi Pechtls enge Auswahl
aus seiner enorm großen Zahl an Plakaten die er im Verlauf der Jahrzehnte erschaffen hat
wohnt unbedingte Zeitlosigkeit inne. Schrift und Bild greifen in perfekter Harmonie ineinander.
Seine Collagen seine Holz- Linol- und Papierschnitte seine Zeichnungen und Illustrationen
sein geschickter Einsatz der Fotografie kombinieren milden Agit-Prop mit Austrian Sensitivity.
Die kreative unkonventionelle Optik seiner Arbeiten folgt einem minimalistischen Designansatz
bei dem wohltuende Klarheit und eine besonders gut lesbare Typografie vorherrschen. Die
schlichtesten am wenigsten aufwändigen Poster sind oft seine gelungensten. Die Sparsamkeit im
Umgang mit Farben strahlt Ruhe und Eleganz aus. Die Farbe Rot aber liegt ihm am Herzen das
erkennt man rasch ein besonders schöner Rot-Ton akzentuiert viele seiner Werke. Wer das
Privileg besitzt den Künstler persönlich zu kennen begegnet einem Mann dem man beim
konstanten Aufblitzen seiner Synapsen gleichsam zusehen zuhören kann. Intellektuelle
Querverbindungen der überraschendsten Art begleiten seinen reißenden mit deutlichem Tiroler
Sprachklang vorgetragenen Erzähl- und Gedankenfluss. Sie sind nicht selten von politischen
Überzeugungen geprägt die gerade in unserer Zeit der anschwellenden Demokratiegefährdung
lebenswichtig geworden sind. Verfolgung und politische Intoleranz aufzuzeigen und stets an sie
zu erinnern ist Willi Pechtl bis heute ein zentrales Anliegen.