Willy Hendriks Buch "Move first, think later" ist wie der Titel selbst: provokant, präzise, vergnüglich. In kurzen Kapiteln stellt er mit vielen praktischen Beispielen die Mythen des Schachtrainings in Frage. Seine Hauptthese ist dabei: Einfache Rezepte gibt es nicht, mißtraut den simplen Regeln und Ratgeberbüchern.Dabei schlägt er keineswegs wahllos um sich, sondern tastet sich entlang der Entwicklung des Schachtrainings. Und dabei erfährt man eine Menge. Die berühmten Versuche von de Groot (was sieht ein GM, was ein Amateur),werden diskutiert, ebenso Kottows Regeln von den Kandidatenzügen bis hin zu den Mengen moderner guter (und besserer) Sachliteratur für den ambitionierten Amateur.Er beginnt jedes Kapitel mit einer Reihe von Trainingsstellungen, ohne dabei Aufgaben zu formulieren. So stellt er die reale Partiesituation nach, bei der auch keine freundliche allwissende Stimme flüstert: "Wie erreicht Weiß eine gewonnene Stellung". Er schreckt auch nicht davor zurück, den Leser gelegentlich zu veralbern.Das ganze Buch ein großer Spass - bis auf die letzte bittere Wahrheit: um besser Schach zu spielen muss man vor allen eines - viel, viel arbeiten.