★★★★★
k.A.
09.06.2026
ean-shopping.de
Das Metromania Eloy ist eine fantastische CD, die mich absolut begeistert hat. Die Musik ist großartig und die Qualität ist hervorragend.
"Metromania" erschien 1984 und war das letzte Album der deutschen Prog-Space-Rocker,das bei EMI Electrola veröffentlicht wurde;kurz darauf löste Mastermind Frank Bornemann die Band (vorerst) auf.Die Baßgitarre bearbeitete in gewohnt virtuoser Art Klaus-Peter "Matze" Matziol,Fritz Randow lieferte am Schlagzeug die erwartet solide Leistung ab,die beiden Hannes`,nämlich Folberth und Arkona, fluteten die Musik geradezu mit Synthesizer-/Keyboard-Sounds,daß es eine Freude ist und Arkona spielte dazu neben Frank Bornemann eine starke E-Gitarre.Frank Bornemann brachte für mein Empfinden hier die beste Gesangsleistung seiner Karriere;für seine "deutsche" englische Aussprache,seinen Gesang und seine Stimme hatte er schon viel Kritiker-Schelte bekommen,hier paßt alles perfekt.Auf dem Vorgänger hatte es einen Richtungswechsel gegeben;weg von allzu spärischen,schwebenden,ausufernden Klängen,hin zu kürzeren,knackigen,eingängigeren Songs.Auf "Metromania" geht die Band nun in eine deutlich härtere Richtung,die flirrenden,sphärischen,überaus "space"igen synthetischen Sounds kommen nun noch dazu und bilden mit harten Gitarren-Riffs,viel Hall,einem metallischen,sehr hellen Klangbild eine beeindruckende,geradezu psychedelisch-packende Einheit.Insgesamt kann man den Sound mit Sicherheit als futuristisch bezeichnen,was zum starken Cover und dem Thema des Albumsperfekt paßt.Es geht um eine kalte,sterile Welt in der Zukunft,in der die Technik,Roboter,Maschinen die Geschicke bestimmen und (neben vielem anderen) jemanden auf dem Dach,hoch über der Stadt,der dem mit Musik zu entkommen versucht.Das Album behält eine bestimmte Atmosphäre durchgehend bei,obwohl süßlicher Schönklang,langsame,verträumte Parts und echter Hardrock sich abwechseln.Auch ein Vocoder kommt zum Einsatz.Daß die Musik technisch wirkt und in einem Science-Fiction- Sound geradezu schwebt,paßt mit all den Verzerrungen und den Texten,dem Gesang...einfach großartig zusammen.Unvergessen sind mir die Eloy-Konzerte jener Zeit,in denen sich Hannes Arkona und Hannes Folberth mit ihren Keyboards gegenüberstanden und sich (sich gegenseitig anfeuernd) regelrechte Sound-Duelle geliefert haben,die die Hallen (gefühlt) zum abheben gebracht haben.Für mich ist "Metromania" mehr als gelungen und im Backkatalog der Band im oberen Bereich anzusiedeln.Klanglich war die alte Vinyl-Ausgabe gelungen;der sehr helle,künstliche,flirrende,hallige,synthetische Klang war ja so beabsichtigt.Die erste CD-Veröffentlichung war eine einzige Enttäuschung,trotz guter Dynamik.Hans-Jörg Mauksch hat beim Remastering der 2005er CD-VÖ einiges verbessert,jedoch sind die Dynamikwerte erschreckend niedrig und es wurde sehr hoch ausgesteuert.Das macht die CD zu einem Paradebeispiel für den berüchtigten "Loudness-War".Was bin ich froh,noch eine toll erhaltene alte Vinyl-Pressung zu besitzen.
Ganz fürchterliches Werk der Hannoveraner Gruppe um Frank Bornemann. Ich habe dieses mir noch nicht bekannte Album von Eloy auch aufgrund der wohlwollenden Rezensionen gekauft. Nicht dass ich ein Highlight der Bandbiografie erwartet hätte. Aber dieses 84er Album "Metromania" ist nun wirklich total daneben gegangen. Schon lange habe ich nicht mehr so eine nervtötende Platte gehört.Anfang der 80er hatten Eloy noch mit Bravour die Weiterentwicklung vom epischen Prog zu kompakteren, poppigeren Songstrukturen gemeistert. Mit "Metromania" sollte es dann wohl eine Spur härter werden, Bornemann und Co. gingen mehr in Richung Hardrock mit starkem Synthie-Einschlag. Ich bin mir sicher, dass da etwas Gutes hätte entstehen können. Aber dieses Album ist offensichtlich durch die Produktion vermurkst worden. Oder liegt es am Remastern? Wie auch immer: Die Stücke sind hochtonlastig bis zur Schmerzgrenze (teilweise darüber hinaus), an allen Ecken und Enden kreischen überzüchtete Synthies, Vocoder- und Backgroundstimmen, die Bornemanns gepressten Gesang flankieren. Besonders gruselig ist das sechsminütige Titelstück. Uuahh.Von den kompositorischen Stärken, die Eloy unzweifelhaft immer besaßen, ist hier nicht mehr viel zu hören. Nur bei dem sich langsam aufbauenden "Follow The Light" kommt etwas Atmosphäre auf, gepaart mit kraftvollen Passagen. Allein diese Nummer rettet das Album vor der dem Knock-out bzw. einer Ein-Stern-Bewertung.Es war wohl folgerichtig, dass Bornemann nach diesem Album Eloy erst einmal auflöste. Bei späteren Comebackalben, vor allem ab "The Tide Returnes Forever" besann man sich wieder mehr auf alte (Prog)Stärken - das dann um einiges überzeugender und unpeinlicher.