★★★★★
k.A.
30.05.2026
ean-shopping.de
Das Modell ist insgesamt sehr gut und die Details sind gut umgesetzt, allerdings gibt es an einigen Stellen noch Verbesserungspotenzial bei der Lackierung.
Über die Hawker Hurricane als Jäger braucht man nicht viel zu sagen. Weniger bekannt ist, dass sie nach ihrer Ausmusterung in den Jagdstaffeln der RAF (ab 1941) noch teilweise bis zum Kriegsende als Jagdbomber zum Einsatz kam. Für diese zweite Karriere des nach der Spitfire berühmtesten britischen Jagdflugzeugs im Zweiten Weltkrieg steht die in diesem Bausatz wiedergegebene Tropenversion des Typs Mk IIc mit Merlin XX-Motor, Vokes-Filter, zwei Bomben oder Abwurftanks und vier 20-mm-Kanonen. Gebaut werden können zwei Maschinen der Royal Air Force: Zum einen eine Hurricane der 1944 in Ägypten stationierten, aus Griechen gebildeten 336 Squadron der "Desert Air Force", zum anderen ein "Hurribomber" der in Indien stationierten 28 (Army Cooperation) Squadron des SEAC (South East Asia Command). Es ist erfreulich, dass sich Revell einmal des weitgehend vergessenen Kriegsschauplatzes in Burma und Indien angenommen hat. Immerhin spielten die Huricane-Jagdbomber dort eine wichtige Rolle und waren - zusammen mit den schwereren Beaufighter-Jabos - ein ausschlaggebender Faktor für die entscheidenden britischen Siege in den Schlachten von Imphal und Kohima im Sommer 1944.Der 2004 erschienene Bausatz überzeugt mit ausgezeichneter Detaillierung. Die fein und scharf gravierten Stöße der Bleche und die Niet- bzw. Schraubstellen sind versenkt ausgeführt, die Stoffbespannung ist gut wiedergegeben. Für den Maßstab wird ein ordentlich detailliertes Cockpit mit strukturierten Seitenwänden, Armaturenbrett (mit Decal) sowie Pilotensitz mit Gurten und Steuerknüppel geboten. Auch die Fahrwerkschächte bieten schöne Strukturen. Störende Auswurfmarken gibt es nicht. Allerdings fanden sich an mehreren Stellen Grate, die sich aber recht problemlos entfernen ließen. Die Passgenauigkeit ist insgesamt sehr gut. Spachteln braucht man eigentlich nicht. Letztendlich bleiben in diesem Bereich zwei Mängel festzuhalten. Zum einen gibt es an der hinteren Rumpfunterseite ein Segment zum Einsetzen (dieselben Formen dienten auch für die Herstellung eines Sea Hurricane-Modells mit Fanghaken), das eine Idee zu weit nach innen rutscht, wodurch ringsum ein kleiner, aber störender Absatz entsteht. Dies lässt sich beheben, indem man Gratstücke dazwischen setzt. Schade ist auch, dass es zwar eine zweiteilige Verglasung gibt, der hintere Teil aber nicht in die Schienen passt, weil er zu dick ist. So kann das Cockpit doch nur in der geschlossenen Variante gebaut werden. Dadurch sind die Details drinnen kaum noch erkennbar, außerdem lässt die Passgenauigkeit zu wünschen übrig, weshalb ein Spalt bleibt. Was die Originaltreue angeht, gibt es neben einigen Details, die nur für die Fraktion der Nietenzähler interessant sind, einen allerdings schwerwiegenden Mangel. Im Modell ist die Rückwand des Cockpits bündig mit dem Ende der Verglasung, tatsächlich aber befand diese sich etwas weiter vorne, ungefähr auf der Hälfte des letzten Verglasungssegments. Es ist mir ein Rätsel, wie man viele Details so sorgfältig abbilden und eine derart auffällige Sache "versemmeln" kann. Als etwas störend habe ich auch die Bemalungshinweise empfunden. Es ist sicher nicht jedermanns Sache, sich a la Revell im Farben mixen zu versuchen. Hier die korrekten Bezeichnungen: Die Maschine der 336 Squadron hat das übliche Wüsten-Farbschema Azure Blue (Unterseite) / Middle Stone / Dark Earth, die der 28 Squadron Medium Sea Grey (Unterseite) / Dark Green / Dark Earth. Einen dicken Pluspunkt verdienen die ausgezeichnet gedruckten Decals, die so umfangreich sind, dass es einem schon fast zu viel wird, sie alle zu verarbeiten. Es scheint offenbar der Ehrgeiz von Revell gewesen zu sein, auch noch die obskurste Beschriftung abzudrucken. Fazit: ein schönes, leicht zu bauendes Modell mit kleinen Mängeln, die aber viele Modellbauer nicht stören werden.