Quicksand (Penguin Twentieth-Century Classics)
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★★★★★ SH 20.06.2024 amazon.de
"Quicksand" von Nella Larsen ist ein sehr schmaler, doch vielschichtiger, Roman. Gewissermaßen ein Bildungsroman über eine junge Frau, die dem Unterrichten, nachdem sie die Widersprüche darin nicht mehr erträgt, den Rücken kehrt. Der erste Konflikt, der die Handlung in Bewegung setzt ist der ihrer Ideale mit dem pragmatischen Herangehen des Vorgesetzten Dr. Anderson, dessen Argumentation sich durchaus nicht einfach von der Hand weisen lässt:„Twenty-three. I see. Someday you’ll learn that lies, injustice, and hypocrisy are a part of every ordinary community. Most people achieve a sort of protective immunity, a kind of callousness, toward them. If they didn’t, they couldn’t endure. I think there’s less of these evils here than in most places, but because we’re trying to do such a big thing, to aim so high, the ugly things show more, they irk some of us more (…)What we need is more people like you, people with a sense of values, and proportion, an appreciation of the rarer things of life. You have something to give which we badly need here in Naxos. You mustn’t desert us, Miss Crane.”Protagonistin Helga Crane schlägt sich einige Wochen auf der Straße durch, findet eine Stelle bei einer politischen Aktivistin, kommt nach New York, genauer nach Harlem, erfährt jedoch dort neue Schwierigkeiten, da sie als „mixed“ im schwarzen Harlem teils diskriminiert, teils überhöht wird. Sie ergreift die Chance, nach Kopenhagen auszuwandern. Dort macht sie einerseits die Erfahrung, dass Schweden tatsächlich kaum ein Konzept von „race“ entwickelt hat, wie es den amerikanischen Rassismus auszeichnet, andererseits sie wiederum weder als schwarz, noch als weiß identifiziert wird und letztendlich doch durchweg in diffuser Weise exotisiert. Zentral dafür die Auseinandersetzung mit einem Gemälde, das ihr Freier (im Sinne von „um sie werbend“), ein mittelberühmter Maler, von ihr anfertigt.Die Frage, was es heißt, „schwarz“ zu sein, steht offenkundig im Mittelpunkt dieses dichten Romans, der besonders auch diese vielen Farbbarrieren und die soziale Stratifizierung innerhalb der Gesellschaft Harlems in den Blick nimmt, darin vergleichbar mit The blacker the berry von Wallace Thurman. Dabei bewegt sich der Text unglaublich schnell durch die verschiedenen Stationen, und es fasziniert, dass das Ganze dennoch nicht oberflächlich wirkt. Das dürfte Larsens nach außen und innen präzise beobachtendem Erzählstil geschuldet sein, dem es gelingt, fast ohne Dialoge unmittelbar zu wirken. Eigentlich halte ich wenig von „Tell, dont show“, der Umkehr des berühmtesten Schreibcredos, doch dieser Autorin gelingt es, auf diese Weise eine lebendiges Bild des Lebens und der Entwicklung von Helga Crane zu zeichnen.Eines der faszinierendsten Charakteristika von Quicksand ist dabei, was ich mangels eines passenden literarischen Terminus vielleicht Melodie-/Rhythmusverschiebung nennen möchte. Zentrale Schläge der Handlung treten regelmäßig dann ein, wenn das „Lied“ schon weit über den erwarteten Moment hinaus gesungen wurde. Besonders exemplarisch lässt sich das an den Männerbekanntschaften Helgas zeigen. Eröffnet wird der Roman durch die Entscheidung, den Verlobten in Naxos zurückzulassen, dann folgt eine Konfrontation mit dem Schuldirektor Dr. Anderson. Jener taucht später in New York wieder auf und wirkt interessiert an Helga. Doch die reist nach Europa weiter, wo sich ein dänischer Maler für sie begeistert. Eine Romanze scheint sich anzubahnen, es folgt ein Zeitsprung ohne Abschluss, die Gefühle wirken längst erkaltet, DANN folgt der Heiratsantrag des Malers, den Helga ausschlägt. Derweil hat Anderson ausgerechnet eine Freundin Helgas in New York geheiratet. Helga reist zur Hochzeit an, man erwartet vielleicht eine Art Drama um Anderson, den auch Helga interessant findet, doch nebenbei taucht auf einer Party der ehemalige Verlobte auf. Ein Konflikt scheint bevorzustehen, doch Helga verlässt die Party, stolpert auf der Treppe über Anderson, an den der Leser schon gar nicht mehr denkt, der sie aber nun eher unvermittelt auf den Mund küsst. Nicht falsch verstehen: Quicksand ist nicht in erster Linie ein Liebesroman, das sind beinahe Nebensächlichkeiten. Doch die Entwicklungsschritte sind oft in überraschender Weise so platziert, dass sie Leser aus dem gewohnten Fluss typischer Romanhandlungen reißen, ohne dabei willkürlich gesetzt zu wirken. An den Beziehungen lässt sich das einfach besonders gut demonstrieren.Ausnahme: Die plötzliche Ehe mit einem sehr religiösen Christen zum Schluss, der Helga zur Gebährmaschine degradiert. Das, und die daraus entwickelte Religionskritik, wie sehr sich die schwarze Bevölkerung der Vereinigten Staaten durch das Christentum gängeln und klein halten lässt, kommt leider dann doch zu sehr aus heiterem Himmel. Wenn es je angebracht war, von Deus Ex Machina zu sprechen, dann hier.Trotz diesem Holzhammer-Ende bleibt Quicksand aber sehr lesenswert.
Bücher EAN 9780141181271

Quicksand (Penguin Twentieth-Century Classics)

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9780141181271
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Kategorie
Bücher
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Farbe
Black
Gewicht
0.32407952514 kg
Breite
12 mm
H├Âhe
195 mm
Länge
128 mm

Technische Daten

St├╝ckzahl
1
Erscheinungsdatum
1999-05-27T00:00:01Z
Seitenzahl
192
Sprache
Englisch

Produktbeschreibung

Born to a white mother and an absent black father, and despised for her dark skin, Helga Crane has long had to fend for herself. As a young woman, Helga teaches at an all-black school in the South, but even here she feels different. Moving to Harlem and eventually to Denmark, she attempts to carve out a comfortable life and place for herself, but ends up back where she started, choosing emotional freedom that quickly translates into a narrow existence. Quicksand, Nella Larsen's powerful first novel, has intriguing autobiographical parallels and at the same time invokes the international dimens
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