Paradise hat es trotz aller Widerstände ihres Vaters ins Trainingsprogramm der Black Dagger Brotherhood geschafft. Als der wichtige Tag endlich gekommen ist, lernt sie die anderen Kandidaten kennen. Unter ihnen auch Peyton und Craeg, den sie sehnlichst erwartet hat. Die Aufnahmeprüfung hat es in sich. Die Neulinge werden an ihre körperlichen Grenzen und darüber hinaus gebracht. Nur ein Zehntel aller Teilnehmer wird auch tatsächlich angenommen. Paradise schafft es und ist stolz auf ihre Leistung. Neben ihr haben es auch Peyton und Craeg ins Team geschafft. Als die Ausbildung beginnt, erkennt sie, dass sie ihrem Vater nicht die ganze Wahrheit darüber erzählen darf, denn das Training ist hart und sehr körperlich, das würde ihm überhaupt nicht gefallen.Paradise empfindet den neuen Abschnitt in ihrem Leben sehr befreiend. Endlich darf sie Dinge tun, die sie eigentlich in ihrer gesellschaftlichen Stellung niemals tun dürfte. Deshalb sprengt sie auch die Ketten ihrer eingeschränkten Gefühle und lässt sich auf Craeg ein, obwohl er ihr von Beginn an klar erklärt, dass seine Rache an den Mördern seines Vater Priorität hat.Meine Meinung:Wieder einmal muss ich mir selbst die Frage stellen: Warum habe ich so lange gewartet das Buch zu lesen? Am Englischen kann es wirklich nicht liegen, denn sobald ich mal begonnen habe, bin ich sofort mitten drin und tue mir überhaupt nicht schwer! Wie auch immer - endlich ist es gelesen und kurz und knapp: Ich mag diese "Spin-Off Serie"Ich bin mir gar nicht so sicher, ob ich sie tatsächlich als eigenständige Serie sehen will. Es kamen alle bekannten Figuren vor. Die Brüder sind im Trainingsalltag involviert. Rhage hat ein paar wirklich witzige Miniauftritte, Tohr organisiert das Ganze, V glänzt wie immer, Lassiter benimmt sich daneben (ist auch nicht neues - aber ich liebe ihn dennoch) und Butch hängt den Oberlehrer raus. Er und Marissa nehmen einen größeren Part in der Geschichte ein. Zusätzlich erhalten wir weitere Einblicke in ihre Arbeit im Safe House.Ich wiederhole mich, Black Dagger zu lesen, ist für mich wie Heim kommen. Ich setze mich mit den Mitgliedern der Familie an den Tisch zum Last Meal, wechsle in den Nacht - Tag Rhythmus, leide mit allen mit und freue mich, wenn es gute Nachrichten gibt.Ich bin ein Fan und werde es sicherlich noch länger bleiben.Der nächste Teil soll im Dezember 2016 erscheinen und Blood Vow heißen.
In “The Shadows”, eigentlich aber auch schon in einer der vor längeren veröffentlichten Kurzgeschichten, spielt J.R. Ward darauf an bzw. berichtet davon, dass die Black Dagger ihr Trainings-Programm wieder aufleben lassen. In dem SpinOff „Black Dagger Legacy“ soll es nun schwerpunktmäßig um die Jungs und Mädels gehen, die sich von den Brüdern für den Krieg mit den Lessern ausbilden lassen.Paradise und Craeg sind zwei der jungen Leute, die es durch die harten Prüfungen in das Trainingsprogamm schaffen und sich – nicht ganz so programmgemäß – ineinander verlieben. Als Paradise verschweigt, dass sie die Tochter eines hohen Adligen ist, macht sie das eigentlich, um keine Sonderstellung einzunehmen. Sie ahnt zuerst nicht, dass Craeg die Glymera aus gutem Grund hasst und ihre Abstammung als Problem sehen könnte.Butch übernimmt einen großen Teil der Verantwortung für die Trainees. Dabei hätte er eigentlich genug damit zu tun, seine Beziehung zu Marissa zu klären und aufzudecken, was hinter dem Tod einer jungen Vampirin steckt.Das Buch deckt eine spannende, neue Seite in der Welt der Black Dagger auf. J.R. Ward bemüht sich hier sichtlich, sich auf zwei Handlungsstränge zu konzentrieren und die jeweiligen Handlungsbögen zum Abschluss zu bringen.Das ist zugleich die Stärke und die Schwäche der Geschichte. Besonders Butch und Marissa haben viel Raum in der Story, die anderen Brüder und ihre Shellans treten eher als Randfiguren auf. Damit wäre die Story evtl. auch für Neueinsteiger geeignet, der „Ton“ der Original-Serie ist allerdings ein wenig härter und erotischer, die Charaktere tiefer angelegt.Dafür sind die dortigen Bücher nicht wirklich in sich abgeschlossen, da sich die Handlungsbögen über mehrere Bänden aufbauen, bevor sie ihren Höhepunkt finden.Mehr kann ich nicht erzählen, ohne zu spoilern. Deshalb zuerst einmal die Bewertung, bevor ich noch weiter ins Detail gehe. Insgesamt hat mir „Blood Kiss“ gefallen, also 4 Punkte sowie eine Leseempfehlung für Fans und solche, die es werden wollen.Ab hier SPOILER enthalten:Wie man dem Text oben schon entnehmen kann, bin ich zum ersten Mal seit langem bei „Blood Kiss: Black Dagger Legacy“ zwiegespalten.Ich muss gestehen, dass mir die Kerngeschichte, die sich ja um Paradiese und Craeg dreht, nicht so gut gefallen hat, wie die anderen Liebesgeschichten in J.R. Wards Universum. Das hat zwei Gründe: Zum einen entwickelt sich die Beziehung sehr, sehr schnell und – wenn man ehrlich ist – auch fast völlig unproblematisch. Man kann Craegs Hass auf die Glymera zwar verstehen und auch nachvollziehen, was Paradise antreibt, aber beides kommt mir ein wenig wie eine High-School-Romanze vor: Viel Drama, das sich nach einem klärenden Gespräch und bei einem Fest, dass mich unheimlich stark an die Bälle erinnert, die in amerikanischen Teenie Romanzen eine so große Rolle spielen, in Wohlgefallen auflösen. Ok, die Black Dagger sind trotz allem erotische Romanzen, also wäre das in Ordnung, wenn die beiden mehr Profil hätten. Paradise und ihre Suche nach dem Kern ihres Ichs kann man noch gut nachvollziehen, aber Craeg bleibt leider eigentümlich blass. Man erfährt eigentlich nur sehr wenig über seine Vergangenheit und die Beziehung zu seiner Familie, die während der Überfälle von den Lessern getötet wurde. Auch wie er es geschafft hat, danach alleine zu überleben, bliebt weitestgehend im Dunkeln. Schade finde ich das nicht nur für Craeg selber, sondern auch deshalb, weil ich schon wieder nicht erfahren habe, wie die einfachen Vampire jenseits der Bruderschaft und des Adels eigentlich leben. Es wird – wieder einmal – zwar gesagt, dass sie es unheimlich schwer haben, aber was genau so schwierig an ihrer Situation ist, bliebt vage. Dabei bietet das eine Menge Potential: Wie schafft man es ohne großes Geld eine Familie zu ernähren, wenn man nur nachts arbeiten kann? Wie verbirgt man die Tatsache, dass man kein Sonnenlicht verträgt vor den Nachbarn? Wie, dass die Kinder nicht zu Schule gehen und dass die Jungs nach der Transition mit 18 oder 20 plötzlich völlig anders aussehen?Neben Craeg gibt es noch weitere Nicht-Adlige in der Gruppe der Trainees, die allerdings alle nur relativ kurz vorgestellt werden. Novo ist neben Paradise die einzige Frau. Sie erinnert ein wenig an Xhex und scheint ziemlich though zu sein. Die Jungs scheinen auch ganz interessant zu sein, bleiben aber eher (noch) blass.Was ich an dem Buch total klasse fand, war die Geschichte um Marissa und Butch. In ihre Beziehung haben sich unmerklich ein paar Probleme eingeschlichen, die eskalieren, als Marissa eine junge Vampirin findet, die jemand so brutal verprügelt hat, dass sie schließlich an ihren Verletzungen stirbt. Marissa braucht zuerst die Hilfe ihres Bruders, weil kein anderer Arzt zu Verfügung steht, und wird so wieder in die Welt der Glymera hereingezogen. Dann braucht sie Butch, um das Verbrechen aufzuklären. Dabei brechen bei den beiden eine Menge alte Wunden auf und in einem schmerzhaften Prozess müssen sie sich selbst wiederfinden und ihre Beziehung neu definieren. Das ist richtig toll beschrieben. Gegen Ende gibt es eine Szene zwischen Butch, Marissa und V, die zum Sterben schön ist. Alleine dafür hat es sich gelohnt, das Buch zu lesen.Ein wenig erinnert die Geschichte von Paradise und Craeg an die Anfänge von Marissa und Butch (mit einem winzigen Schuss John Matthew). Deshalb verflechten sich die beiden Handlungsstränge sehr gut miteinander. Einmal verfolgt man eine Liebe, die gerade erst beginnt und sich zwischen zwei sehr jungen Leuten entwickelt. Daneben steht die Beziehung von zweien, die sich eigentlich schon lange kennen und lieben, aber nun bemerken, dass ihre Liebe nicht selbstverständlich dafür sorgt, dass es keine Probleme zwischen ihnen gibt.Ich bin ehrlich gespannt, wie es mit den anderen Rekruten weitergeht und wer ihre „Love-Interests“ sein werden. Wenn J.R. Ward es in den nächsten Bänden wieder schafft, die Charaktere so tief und lebendig anzulegen, wie man es von ihr gewohnt ist, wird dieser SpinOff nicht nur eine nette, sondern eine großartige Ergänzung zur eigentlichen Serie sein!