Wo vorher Getreide und Gemüse angebaut wurde, muss nun unter Druck der Ostindian Company Mohn für den Opiumgewinn angepflanzt werden. Viele Bauern verschulden sich und geraten in Abhängigkeit aber nicht nur in Form von Verschuldung, sondern auch von Opium selber. Die englischen Handelsherren ist nichts heilig, wenn es um den Gewinn geht
This Book is from first to last page wonderful , the style of writing , the words chosen, every protagonist has a meaning . Recommend it to all reader . Should be nominated for Nobel for literature !
Amitav Gosh nimmt sich viel vor mit diesem Buch, dem ersten einer Trilogie rund um das Sklavenschiff "Ibis". Vor dem Hintergrund der ersten Opiumkriege nimmt er den Leser mit nach Indien, um ihm dort mit vier verschiedenen Schicksalen bekannt zu machen:* Deeti, Witwe eines opiumabhängigen Kleinbauern, verarmt wie alle um sie herum, da die Felder nur noch für den Opiumanbau verwendet werden dürfen. Es fehlt an Gemüse und Getreide, die grossen Opiumfabriken sind Kathedralen und Leichenhäuser in einem.* Paulette, Waisentochter eines gesellschaftlichen Aussenseiters, die von der Familie eines Emporkömmlings adoptiert wurde, um ihr Sitten und Religion beizubringen.* Jodu, Paulettes Nennbruder, der seinem Leben als Flussfischer entschwinden möchte, um auf hoher See in Freiheit zu segeln* Zachari, einem Seemann aus Amerika, der auf See Karriere macht und selbst ein "Geheimnis" verbirgt.* Neel, einem gefallenen Raja* Nabu Bob Kissen, einem indischen Kleinfunktionär, der eine spirituelle Transformation erlebt.Es ist schon eine Kunst, wie Gosh es schafft, sich bei dieser Vielfalt nicht zu verlieren und wie logisch es erscheint, dass alle Figuren sich zusammenfinden und sich in einer Gemeinschaft in unterschiedlichsten Rollen auf dem Sklavenschiff der "Ibis" zusammenfinden. Dabei liegt der Schwerpunkt nicht auf der charakterlichen Tiefe der einzelnen Personen, alle bleiben oberflächlich gezeichnet. Vielmehr geht es um die Schicksalsschläge, die alle erlebt haben, um sie auf die Ibis zu treiben. Jeder einzelne nachvollziehbar, teils grausam und ein Steinchen in dem Mosaik "Indien im British Empire."Aber genau in dieser Vielfalt liegt auch eine gewisse Schwäche des Buches. Fast jeder Handlungsstrang hätte mich in der Tiefe mehr interessiert, gerne wäre ich eingetaucht in den Aufstieg und Fall des Rajas, in die Verarmung der Opiumbauern, in die atemberaubende Perfektion der Opiumfabriken, in die historischen Tiefen des Opiumkrieges. Es wird vieles angerissen und wieder fallengelassen. Wer den Klappentext nicht aufmerksam gelesen hat markt dann erst im Lauf des Buches, dass es in der Tat nicht primär um die indische Gesellschaft geht sondern um die "Ibis" und ihre Rolle im Opiumhandel. Der dritte Teil des ersten Buches handelt dann auch entsprechende nur noch auf See - mit allen menschlichen Härten, die ein solcher Transport mit sich bringt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollten die Leser, die sich von Goshs Indien/Burma/vorderer Orient fesseln lassen gewarnt sein, eine ganz andere Art Lektüre eröffnet sich hier.Ich fand das Buch in der Summe gut und werde auch den "River of Smoke" lesen, aber ich finde dennoch, dass etwas zu viele Einzelschicksale in dieses Werk gelegt wurden. Vor allem da ich gelesen habe, dass im nächsten Buch die Personen aus Buch eins keine weitere Rolle spielen sondern eigentlich eine ganz andere Geschichte aufgebaut wird, frage ich mich ob Weniger mit etwas mehr Liebe zum Detail vielleicht mehr gewesen wäre.