★★★★★
k.A.
23.05.2026
ean-shopping.de
Der Roman ist ein faszinierendes und emotional tiefgründiges Werk, das die Gefühlswelten des Werther sehr eindringlich darstellt, allerdings ist der Zustand des Buches aufgrund des Alters nicht neuwertig.
Zum Inhalt möchte ich nicht viel sagen um nicht zu spoilen. Auch wenn die Geschichte wenig Überraschungen birgt ist sie doch nicht schlecht; sie wirkt Realitätsnah und wirkt trotz der gewöhnungsbedüftigen Art eines Briefromans anziehend bis fesselnd.Prosatexte von Goethe hatte ich noch nicht gelesen bis Werther, also war ich etwas enttäuscht von der nüchternen Sprache, die dann zwischendurch doch aufzublühen versteht. Durch die sehr persönliche Form des Briefes fühlt man sich angesprochen und manchmal, wie ich finde, zu sehr reingezogen um als Brief glaubhaft zu sein. Ist aber nur eine subjektive, formale Kleinigkeit.Die Sprache ist eigentlich gut verständlich, auch für Lyrikhasser, da es ja auschließlich in Prosa geschrieben ist. Allein die Zeichensetzung mag hin und wieder verwirren, da Ausrufezeichen z.B. schonmal im Satz stehen, einfach um die Emotionen zu verdeutlichen, aber der Satz ist an dieser Stelle dann nicht zuende. Mich hat es an manchen Stellen verwirrt, aber noch vor dem Ende dieses leider dünnen Büchleins kann man sich daran gewöhnen.Wie im Titel erwähnt ist Werther keine Person die bei jedem Menschen auf Empathie und Verständnis treffen wird; andere Rezensionen zeugen davon ja bereits. Ich konnte mich überwiegend gut mit Werther identifizieren, kann aber verstehen, dass es Leute gibt die nicht so leidenschaftlich und selbstlos in Liebe sich vertiefen mögen. Also Schmachtalüren und, bis zum Ende hin unrationalen, entzugserscheinungsähnlichen, liebestaumelnden, Hinundhergezweifel sollten einem nicht gänzlich fremd sein, will man Die Leiden des jungen Werther gut finden.Zum Abschluss ein Wort zur Ausgabe:Das rote Leder wirkt sehr schön edel - die hellgraue Schrift vorne und an der Seite passen für meinen Geschmack nicht ganz so gut.Ein Bandlesezeichen ist drin. Die Seiten sind aus hochwertigem, etwas dickerem Papier. Nett finde ich die abgerundeten Ecken.Es ist zwar die teuerste Ausgabe die ich hier gefunden habe, für jemanden wie mich, der Bücher aber gerne auch im Regal zum "Schönaussehen" stehen hat (nach dem man sie gelesen hat natürlich), ist diese Ausgabe sehr geeignet. Zusätzliches Material ist nicht enthalten, falls man es also in der Schule behandelt sollte man zu einer anderen Ausgabe greifen. Wer ein Buch jedoch nur mal so liest und sich nichts draus macht was weiter damit geschieht, ist mit einer Bibliothek oder einer Reklamausgabe wohl besser bedient - der Inhalt ist schließlich stets der gleiche.
besteht einfach darin, dass sich eine unglaubliche Anzahl an Wissenschaftlern daran gemacht haben, dieses Büchlein zu kommentieren. Da werden Sachen rein interpretiert von denen ich mir nicht sicher bin, ob Goethe tatsächlich an derartige Kommentare gedacht hatte als er den Werther geschrieben hatte. Da wird auch recht viel negative Kritik laut, mitunter recht derbe (ich meine von Leuten mit IQ, die Proleten kommentiere ich nicht).Die Bandbreite ist groß. Von Begeisterung bis totaler Ablehnung und das von Leuten aus vermeintlich gebildeten Kreisen. Dabei ist die Geschichte eigentlich recht einfach. Sicher gespickt mit dem einen oder anderen gesellschaftskritischen Ansatz, mit schönen Beschreibungen der Natur aber aus heutiger Sicht eine fast alltägliche Story wenn man von dem Ende einmal absieht.Wie dem auch sei, Kritiki hin oder her, eines fällt bei all den Kritiken auf. Keiner hat es gewagt die "Wortkunst" Goethes in Zweifel zu ziehen und das ganz gleich, wie der jeweilige Kritiker zum Inhalt steht. Und das mit gutem Recht. Das Lesen alleine ist schon genüßlich. Es ist immer spannend. Die erklärenden Anhänge sind auch hilfreich.Ich bin zwar auch kein Typ der sich wegen nem Weib ne Kugel "vor" den schießen würde (wo kommen wir da hin oder?), aber mir gefällt die einfühlsame Geschichte und die Art, wie das Büchlein geschrieben ist.