★★★★★
k.A.
02.07.2026
ean-shopping.de
Diese Sammlung von Catull-Gedichten ist wunderschön und bietet einen tiefen Einblick in die Zeit der römischen Republik, ich bin absolut begeistert von der Qualität der Drucke.
Ich verwende das Buch für einen Lektürekurs an einer Universität, das schränkt die Art und Weise, wie ich das Buch benutze, ein, weswegen ich es für erwähnenswert halte.Wir übersetzen in dem Kurs nicht alle Brief von Catull, sondern nur ausgewählte Beispiele, um einen groben Überblick über sein Spektrum zu erhalten. Die beistehenden Übersetzungen von Von Albrecht sin hilfreich, um schnell erfassen zu können, worum es in dem jeweiligen Gedicht (Carmen) geht. Übersetzt man dann aber selbst und zieht die vorhandene Übersetzung hinzu, gibt es Unterscheidungen hinsichtlich des Satzbaus, der Wortwahl und so letzten Endes, wenn auch nur geringfügig, des Sinns.Für alle, die die Gedichte nicht übersetzen wollen, sondern sich eher an den Übersetzungen erfreuen, ist das Buch freilich eine sehr sinnvolle Anschaffung.Was mir bei Reclam-Büchern besonders gefällt, ist das zusätzliche Material, was sich am Ende eines jeden Büchleins finden lässt. So stehen dort, in jenem Exemplar, die verschiedenen Arten der Versmaße und auch, woraus sie bestehen. Auch sind die Versmaße den Gedichten zuordnungsbar, was für das laute metrische Lesen sehr praktisch ist.Auch finden sich Hinweise zu fast allen Gedichten im Materialapparat des Buches, in welchem Namen und Umstände, die in den Gedichten vorkommen, teilweise beschrieben und erklärt werden.Leider unterscheiden sich manche Gedichte in einzelnen Buchstaben hinsichtlich anderer Ausgaben, wie z.B. der Oxford-Ausgabe. Einige Abweichungen lassen sich erklären, manche bleiben im Dunkeln.Für mich ist dieses Buch sehr praktisch, um damit an der Universität den Kurs zu bestreiten.
Michael von Albrecht ist ein Übersetzer par exellence, was außer Frage stehen dürfte. Warum gebe ich dann nur zwei Sterne? Weil hier ein schiefes Catullbild vermittelt wird. Catull konnte hohe Poesie schreiben, aber zugleich auch derbste "Possen reißen". Er verwendet eben durchaus Fäkalsprache, die dann leider von von Albrecht zensiert wird. Als wunderbares Beispiel diene der Anfang von Gedicht 16, wo es im Original heißt: "Pedicabo ego vos et irrumabo, / Aureli pathice et cinaede Furi, / qui me ex versiculis meis putastis, / quod sunt molliculi, parum pudicum." Bei Michael von Albrecht heißt das in der Übersetzung: "EUCH VÖGELN, euch werde ich Bürzel und Schnabel stopfen, Strichvogel Aurelius und Betthüpfer Furius, die ihr aus meinen Versen, weil sie zärtlich sind, geschlossen habt, ich sei ein Lustmolch!"An den an anderen Stellen eine empfehlenswerte Übersetzung, sobald aber härteres Sexvokabular ins Spiel kommt zu vergessen.