Ohne gleich von "spätrömischer Dekadenz" sprechen zu wollen kann man doch feststellen dass im
vergangenen Jahrzehnt einer vermeintlich nicht enden wollenden Hochkonjunktur in deutschen
Unternehmen etwas Entscheidendes aus dem Lot geraten ist: Im Zeichen von Fachkräftemangel
einem auch demographisch bedingten Wertewandel in Richtung Freizeitkultur und neuen im
Hinblick auf Arbeitsmoral und Leistung seltsam indifferenten Organisationsmodellen wächst die
Unzufriedenheit (nicht nur im Unternehmerlager) und scheinen zugleich die Ansprüche (vor allem
im Bereich der Beschäftigten) zu inflationieren. Man fordert vermehrt ohne gleichzeitig
entsprechend geben zu wollen und gefährdet damit nicht selten die wirtschaftliche Basis von
der man lebt. Pointiert formuliert: Statt einen weiteren Ratgeber für die armen geknechteten
Mitarbeiterseelen zu publizieren hier zur Abwechslung einmal ein gut geschriebenes scharf
argumentierendes und deshalb mehr als lesenswertes Sachbuch das für ein faires Geben und
Nehmen zwischen Unternehmen und Mitarbeitenden eintritt.