Wieder präsentiert uns Anka Brüggemann, wie alten Büchern neues Leben einzuhauchen ist. Während sie in ihren vorausgegangenen Werken alten Büchern eher in ihrer Gesamtheit mit Cutter, Draht und Folttechniken zu Leibe rückt, liegt hier der Schwerpunkt auf einzelne Seiten, die mit Zählstichen oder freiem Stickstichen in der Oberfläche eine neue Haptik und Farbigkeit erhalten. Auf den ersten 12 Seiten vermittelt die Autorin die Grundlagen über Papierqualitäten, Garne, Nadeln, Muster und Stickstiche. Selbst Stickprofis erhalten wichtige Tipps, wie sich Zählmuster auf bedruckte Papiere übertragen lassen, wie die Seiten bewusst auf alt getrimmt werden, wie sie für den neuen Verwendungszweck präpariert werden können. 25 Projekte, deren Schwierigkeitsgrad schon dem Inhaltsverzeichnis zu entnehmen ist, werden en détail vorgestellt: Materialien, Werkzeuge, Vorlagen, Mustervorschläge und Zuschnittschablonen,. Eine Serie von aussagekräftigen Farbfotos mit begleitenden Anleitungstexten begleiten den eigenen Herstellungsprozess. Die fertigen Objekte werden als Lesezeichen, Grußkarte, Briefumschlag, Brosche, Tüte, Geschenkpapier oder Schachtel verwandt. Anka Brüggemann stellt dabei in harmonischer Komposition die Printhintergründe, die Farbigkeit der Garne und die Graphik zusammen. Die Ergebnisse sind bezaubernd. Ich liebe das Sticken und weiß den Reiz von Vintage-Papieren zu schätzen. Aber bei der Betrachtung von Brüggemanns Projektideen stelle ich immer den Gebrauchswert in Frage, denn alte Papiere sind brüchig und empfindlich. Auch wenn einige Stichstiche nicht anspruchsvoll sind, erfordern sie als Füllung von großen Flächen Geduld. Einen bestickten Geschenkpapierbogen, einen Briefumschlag mit Kreuzstichrand oder eine Samentüte mit Blütenständen in Knotenstichen würde ich wirklich nur den wenigsten Menschen schenken. Nur denen, die den Wert der liebevoll gestalteten Oberfläche zu schätzen wissen.Bei vielen Anregungen wird von Anfang an der ausschließlich dekorative Charakter deutlich. Sterne, Kränze, Wandgehänge fungieren als Raumschmuck oder gehören als Kunstobjekt in den Rahmen. Wenn das Relief an Dreidimensionalität grenzt, sollte eine Ausstellung in einem 3D-Rahmen angedacht sein. Anka Brüggemann verzichtet oft auf Passepartout und Glasscheibe oder lässt die textile Kostbarkeit einfach aus dem schlichten Rahmen heraustreten, dabei kommt dem Hintergrund eine besondere ästhetische Wirkung zu.Dieses Buch bietet zahlreiche Anregungen für Stickanfänger. Anders als bei textilen Stickgründen riskiert man bei dem steifen Material nicht, die Fäden zu fest anzuziehen. Außerdem werden keine langwierigen Säume und mühevollen Nähabschlussarbeiten notwendig. Auf einer alten Postkarte farbige Akzente mit Fäden zu setzen, auf einer Collage aus Papierresten viele Zierstiche auszuprobieren – beides führt schnell zu beeindruckenden Ergebnissen. Wer eigene Vorlagen entwickelt, entdeckt hier eine Spielwiese von Fachverbindungen zwischen Kunst und Textilgestaltung.
wirklich zauberhaft und kreativ, was die buchautorin hier mit nadel, faden und alten buchseiten anstellt. man muss wirklich das sticken lieben und die nötige geduld und va den einfallsreichtum mitbringen, um diese 25 objekte in wort und bild zu gestalten. egal, ob geschenkboxen, briefumschläge, tüten, papierhäuser oder schuhe, nicht ist vor den ideen von anka brüggemann sicher.mir gefällt die originelle, ganz einzigartige art und weise der autorin sehr. auf die idee muss man erst mal kommen! warum also nicht auf papier sticken- why not!