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k.A.
06.07.2026
ean-shopping.de
Diese Biografie über Mohammed ist eine meisterhafte und faszinierende Darstellung der Erzählungen über sein Leben, die man wirklich wissen sollte. Hans Jansen hat hier eine beeindruckende Geschichte erzählt.
„Alle enzyklopädischen Artikel und akademischen, erbaulichen oder populären Beschreibungen von Mohammeds Leben gehen, im Westen wie im Osten, ohne Ausnahme auf Ibn Ishaq zurück“, schreibt Jansen in der EinleitungMan glaubt es nicht aber es ist so: Ibn Ishaq ist die einzige Quelle, die wir über das Leben des Propheten haben. Dementprechend konzentriert sich Jansen allein auf diese Quelle, wobei er herausstreicht, dass nicht einmal diese Quelle ein Original ist - wir kennen „Ishaq „ nur in der Bearbeitung eines Hisham.Jansen geht die einzelnen Stationen im Leben des Propheten durch- Berufung, Mekka, Äthiopien, Hidschra, Medina, die Kämpfe, Eroberungen, etc.. Er nimmt sich die Aussage Ibn Ishaqs (Hishams?)dazu vor und klopft sie auf ihren Wahrheitsgehalt, das heisst auf die Wahrscheinlichkeit ihres Wahrheitsgehaltes ab.Die Verwirrung beginnt schon beim Geburtsjahr, im „Jahr des Elefanten“, nach islamischer Tradition im Jahr 570. Das Jahr des Elefanten ist aber nach historischen Quellen das Jahr 552. Diskussion hin und her, Jansen: “ Aus all dem folgt: Mohammeds Geburtsjahr ist nicht bekannt.“Ebenso nicht sein Name. Jansen stellt dazu behutsam fest, dass die Bezeichnungen muhamad und abd-Allah (Mohammeds Vatersname) im 7.Jahrhundert wohl als Titel, nicht aber als Name nachgewiesen seien.Die „Bahia- Erzählung“, wonach der 12jährige Mohammed auf einer Karawanenreise von einem christlichen Mönch als der prophezeite Prophet erkannt worden sei, ist für Jansen ein gängiges orientalisches Legendenschema, das bereits beim 12(!) jährigen Jesus Verwendung gefunden hatte.Laut Ishaq habe Mohamed als Begleiter und später als Führer riesiger mekkanischer Handelskarawanen fungiert. Mekka muss also ein bekannter Handelsplatz gewesen sein, in späteren Zeiten stereotyp zum „ bedeutenden Handelszentrum am Schnittpunkt großer Handelsstraßen“ avanciert. Die Historik kennt aber selbst aus dem 8.Jahrhundert noch keine Handelszentrum Mekka als das die Stadt zweifellos auch im nichtreligiösen Schrifttum irgend einen Widerhall gefunden haben müsste. Im Gegenteil, man weiß, dass der spätantike Handel auf dem Seeweg im Roten Meer und nicht in der wasserlosen, nahezu menschenleeren Wüste abgewickelt wurde. Jansen weist nach, dass diese einzige Schilderung von Mohammeds Karawanenkarriere Grundlage des „Handelszentrums Mekka“ ist.Jansen weist auch zahlreiche Koranstellen nach, die Ishaq auf Mohammed münzt, die aber ganz was anderes bedeuten: Etwa die Warnungen Loths vor dem Gotteszorn, gemeint ist Sodom und Gomorrah, den Ishaq auf die Mekkaner umdeutet. Oder ein einziger Vers (24:62), auf dem Ishaq die Grabenschlacht konstruiert, von der es sonst keinerlei Hinweise gibt. Jansen: „Auch die Koranverse, die als Hinweise auf Ereignisse aus dem Leben des Propheten betrachtet werden, sind das nur, weil Ibn Ishaq es sagt. Die fraglichen Koranverse könnten sonst auch ganz anders gelesen werden“.Jansen geht äusserst behutsam und vorsichtig vor. Seine Unaufgeregtheit und Seriosität beeindrucken.In den Schilderungen Ishaqs sieht auch er Legenden und Erzählungen, aber keine brauchbare Quelle über das Leben des Propheten: „Wer fromm ist und gerne all die traditionellen Erzählungen über Mohammed glauben möchte, sollte dieses Buch daher besser aus der Hand legen.“ Wer der historischen Wahrheit näher kommen will, darf es nicht aus der Hand legen. Jansens Buch ist die wichtigste Mohammedbiografie auf dem Markt, weil sie die einzige quellenkritische ist.
Wenn wir es nicht schon logisch angenommen hätten,der Ring des Weisen von Lessing erstreckt sich auch auf die Religionsgründer wie eben Mohammed. Jansen zeigt akribisch, wieviele der Dogmen zum Leben und zu den Lehren Mohammeds in Widerspruch zu historischem Wissen oder zur Logik stehen. Dafür herzlichen Dank.Dass Menschen so blöd sein können, ihnen Vorgebrachtes in keiner Weise zu hinterfragen und es für die ewige und auch einzige Wahrheit zu halten, ist eine andere Seite der Geschichte. Auch Gläübige sollten sich besser hinterfragen, ob der stets wütende Gott des alten Testaments, der Teile seiner Schöpfung einfach auslöscht, oder Allah des Korans, der in verschiedenen Passagen zur Gewalt an einem Teil seiner menschlichen Schöpfung aufruft, wirklich so allwissend, weise und gut sein kann, wie es von den Gläubigen angenommen wird. Denn wenn er voraussehen kann, wie sich Menschen entwickeln, warum wird er dann in dem Augenblick zornig, indem diese Veränderung eintritt? Hat Gott keinerlei Ahnung, dass sich Sprachen und deren Interpretation im Laufe der Zeit verändern und daher alte Passagen zu immer größeren Missverständnissen führen müssen, sofern er nicht viele Jahre später neue Propheten schickt, die sich mit aktuellen Ausdrucksweisen an die Menschen wenden? Neue Propheten sind aber nach Mohammed ausgeschlossen. Gott scheint nach diesen Annahmen also tatsächlich nicht sehr weitblickend zu sein.