★★★★★
k.A.
10.08.2026
ean-shopping.de
Diese Berichterstattung ist sehr wichtig und beunruhigend, da sie die ernste Realität der Gewalttaten unter Jugendlichen aufzeigt. Ich bin begeistert von der Offenheit, mit der diese schwierigen Themen angesprochen werden.
★★★★★
k.A.
10.08.2026
ean-shopping.de
Ich habe das Buch für meinen Enkel gekauft, die Seiten sind gut und nicht zu dünn. Die Bilder sind schön und passen gut zum Text. Es ist eine gute Lektüre für ihn.
Als Arzt und Sachverständiger hat sich Helmut Remschmidt inzwischen über 40 Jahre mit jenen Fällen beschäftigt, in denen junge Menschen zum Mörder werden. Sei es durch eine längere Entwicklung auf diesen Punkt hin fast grundlegend in der Persönlichkeit verankert, sei es aus konkretem Anlass aus einer emotionalen Befindlichkeit heraus, sei es im Affekt.Ein Thema, das Remschmidt nun gründlich und strukturiert aufarbeitet, in dem er zunächst einen Einblick auf die Ursachen und Entstehungsbedingungen eines solch gewalttätigen Verhaltens rekurriert, fortgeführt von 23 konkreten und ebenfalls sehr sachlich und strukturiert vorgelegten, konkreten Fällen bis hin zu einem Ausblick darauf, wie man unter Umständen solche Taten im Vorfeld verhindern könnte und die „Gewalttätigkeit junger Menschen bedeutsam reduzieren kann“.Seien es dann z.B. Gruppendynamiken, die zu einem „Aufschaukeln“ führen (Steine von der Autobahnbrücke werfen, mit tödlichen Folgen für Autofahrer), sei es ein solch komplexes Geschehen wie ein „Stellvertreter-Mord aufgrund verschmähter Liebe“, bei dem eine dem Täter völlig unbekannte Frau „dran glauben“ musste wegen einer anderen, die sich vom Täter abgewandt hatte, sei es der Tod eines Säuglings durch ein Schütteltrauma (emotional furchtbar für den Leser in der ruhigen und sachlichen Schilderung), sei es ein Mord unter gerade Pubertierenden aufgrund eines ständigen Abwertens und Mobbings.Jede einzelne Tat, stellt man sie sich als Leser plastisch vor, lässt einen schaudern, keine Frage. Wobei Remschmidt allerdings einen sehr trockenen, akademischen Stil bevorzugt, der den Leser selten durch die Sprache packt, sondern eine gewisse wissenschaftliche Distanz aufbaut zum Inhalt des Buches.Was dann im Lauf der Lektüre durch die eher starre Struktur der einzelnen Fälle ein wenig Mühe bereitet, die Konzentration immer aufrecht zu erhalten und am Ende die 23 konkreten Fälle auch ein stückweit zu „gleichförmig“ im Lesegedächtnis zurücklässt.Aber auch wenn der sprachliche Stil nicht sonderlich unterhaltsam im Raum steht, die Inhalte sind von hohem Interesse und durchaus wichtig, zu lesen. Denn nicht nu an bestimmten Orten wie der Politik wird „der Ton rauer“, sondern beobachtbar auch ganz allgemein in der täglichen Atmosphäre und ganz besonders in der Welt Jugendlicher und an den Schulen, an denen schon lange nicht mehr gilt, dass man aufhört, wenn einer am Boden liegt, sondern da ganz gerne noch weiter drauf getreten wird.Dass das Gründe hat, die Remschmidt dem Leser klar vor Augen legt und dass ebenso das nicht immer so sein muss, sondern durchaus Strategien gegenüber der Gewalt von Jugendlichen möglich und praktikabel sind, das liest sich im letzten Teil des Werkes ebenfalls fundiert und mit konkreten Ausblicken und Handlungsideen versehen.Eine nicht unbedingt flüssige „Populärlektüre“, aber eine fundierte Betrachtung eines wichtigen Themas der aktuellen Lage im Blick auf die Gewaltbereitschaft nicht nur Jugendlicher in der Gesellschaft.